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Traumberufe in Soest

Dachdecker

(m/w/d)

Dachdecker

präsentiert von

Sparkasse Hamm
Tischlerei Zimmermann in Hamm
Azubi Joshua Thülig schneidet die Dachrandabdeckung für das Flachdach einer Gaube zurecht.

„Ich schätze die ständig neuen Herausforderungen“

Becker Bedachungen bietet drei Handwerksberufe unter einem Dach

Wenn Joshua Thülig durch die Gegend fährt, spürt er zwischendurch immer mal wieder, wie Stolz ihn ihm aufsteigt. „Wenn ich Dächer sehe, an denen ich mitgearbeitet habe, ist das schon ein tolles Gefühl“, sagt der Lippborger, der derzeit seine Ausbildung zum Dachdecker bei der Becker Bedachungen GmbH macht.

Angefangen hat er damit im August 2019, nachdem er zuvor bereits immer mal wieder in den Ferien bei dem Familienbetrieb im Gewerbegebiet Rommersch in Lippborg gearbeitet hatte. Als er dann seinen Realschulabschluss in der Tasche hatte, stand für den 18-Jährigen fest, dass er Dachdecker werden möchte. „Vielleicht hänge ich nach meiner Ausbildung sogar noch meinen Meister dran“, überlegt Joshua Thülig laut, denn die Entscheidung für diesen Beruf war für ihn genau die richtige.

„Wir bekommen immer mal wieder Bewerbungen von Leuten, die noch nie auf dem Bau gearbeitet haben und daher natürlich völlig andere Vorstellungen und Erwartungen haben“, sagt Inhaber Mario Becker. „Daher sollte jeder, der bei uns eine Ausbildung anfangen möchte, vorher ein paar Wochen bei uns gearbeitet haben, damit er überhaupt weiß, worauf er sich einlässt.

Der Lippborger Familienbetrieb, den Dachdeckermeister Mario Becker vor 28 Jahren gegründet hat, ist hauptsächlich im Umkreis von rund 40 Kilometern tätig und kümmert sich dort überwiegend um Ein- bis Sechsfamilienhäuser mit Steil- oder Flachdächern.

„Bei einem Neubau informiert uns in der Regel der Auftraggeber, wenn der Rohbau fertig ist“, erklärt der Inhaber. „Dann wird ein Richttermin festgelegt und der Dachstuhl gerichtet, denn wir haben zum Berufszweig Dachdecker auch den Berufszweig Zimmerer in unserem Betrieb. Nach dem Zimmerer sind dann wieder die Maurer gefordert mit den Restarbeiten, die benötigt werden, damit wir mit der Bedachung beginnen können. Das startet im Normalfall mit einer Unterspannbahn, einer Konterlattung und einer Tragelattung.“ Wenn das Gebäude verputzt wird, bekommt es dann auch sofort seine Dacheindeckung mit Dachziegeln oder Dachsteinen. Bei verklinkerten Häusern müssen vor der Dacheindeckung erst die Maurer mit dem Klinker fertig werden.

Tischlerei Zimmermann in Hamm
Kurze Foto-Pause auf dem Dachfirst: (v. l.) die beiden Dachdeckermeister Mario und Philipp Becker, Geselle Marcel Pantel und der Auszubildende Joshua Thülig.
Tischlerei Zimmermann in Hamm
Bei der Befestigung der Dachrandabdeckung an diesem Flachdach muss Joshua Thülig sehr präzise arbeiten.

„Ich finde es gerade gut und auch spannend“

Derzeit arbeiten bei dem mittelständischen Handwerksbetrieb 20 Mitarbeiter – inklusive Inhaber Mario Becker und seinen beiden Söhnen. Die Zwillinge sind in die Fußstapfen ihres Vaters getreten und haben bei unterschiedlichen Unternehmen ebenfalls den Beruf des Dachdeckers erlernt. Mittlerweile sind beide Meister ihres Fachs und arbeiten seit zwei Jahren im elterlichen Betrieb. „Maximilian und Philipp wechseln sich ab“, verrät Mario Becker. „Erst ist der eine zwei Wochen auf den Baustellen unterwegs und der andere in dieser Zeit im Büro, dann werden die Arbeitsplätze getauscht.“

Wobei der Einsatzort bei dem Zwilling, der gerade draußen unterwegs ist, natürlich ständig wechselt. „Ich finde es gerade gut und auch spannend, dass man immer wieder auf neuen Baustellen unterwegs ist und nicht jeden Tag dasselbe macht“, so Philipp Becker. Der 24-Jährige schätzt – wie sein Vater – die Vielseitigkeit des Berufs und die ständig neuen Herausforderungen, die er mitbringt. „Unsere Leistungen erstrecken sich von Dachdeckerarbeiten über Klempnerarbeiten bis hin zu Zimmererarbeiten und Fassadenbau“, sagt Mario Becker. „Daher können Azubis bei uns quasi nicht nur den Beruf des Dachdeckers erlernen, sondern auch noch zwei weitere Berufsbilder kennenlernen.“

Wer sich für den Beruf des Dachdeckers interessiert, muss absolut schwindelfrei sein. Aber auch einige weitere Eigenschaften sollten Bewerber mitbringen. „Die Grundlagen in Mathe und handwerkliches Geschick sollten vorhanden sein“, weiß Mario Becker. „Und ganz wichtig ist für uns, dass er teamfähig ist.“

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3 gute Gründe

Obermeister Schwienhorst

Thorsten Mackenbrock, Obermeister der Innung für Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik Soest-Lippstadt

Herr Mackenbrock, warum empfehlen Sie eine Ausbildung zum Dachdecker?

Mackenbrock: „Es ist ein vielfältiger und abwechslungsreicher Beruf, der auch in Krisenzeiten einen sicheren Arbeitsplatz bietet, um tatkräftig selber an der Gestaltung der Zukunft mitarbeiten zu können.”

Das klingt spannend. Welche Fähigkeiten sollten die Menschen mitbringen, wenn sie Dachdecker werden wollen?

Mackenbrock: „Sie sollten handwerkliches Geschick und die Lust daran, im Freien zu arbeiten, mitbringen. Darüber hinaus sollten sie Freude am modernen Bauen haben, um das Klima nachhaltig zu schützen.“

Was sind die Hauptaufgaben eines Dachdeckers?

Mackenbrock: „Zu den Hauptaufgaben gehören das Abdichten, Decken und Erstellen von Flach- / Steildächern und Fassaden, damit die Gebäude dauerhaft der Witterung standhalten. Außerdem die Montage von Photovoltaikanlagen und Thermokollektoren zur Warmwassererzeugung sowie der Einbau von modernen Dämmstoffen und der Bau von Gründächern, um die Zukunft umweltfreundlicher und nachhaltiger zu gestalten.“

 

Thorsten Mackenbrock

Obermeister der Innung für Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik Soest-Lippstadt

Damaschkestr. 7

59557 Lippstadt

Tel. 02941 15775

info@konrad-mackenbrock.de

 

Die fakten zur Ausbildung

Ausbildungsdauer

3 Jahre

 

Vergütung monatlich:

780 € im 1. Lehrjahr
940 € im 2. Lehrjahr
1.200 € im 3. Lehrjahr

 

Abgeschlossene Ausbildungsverträge
in 2020 in der Innung Soest / Lippstadt

12 (1. Lehrjahr) / 55 insgesamt

 

Berufsschulstandort:

Eslohe und Hamm, Soest, Unna

 

Weitere Zahlen:

Aktuell hat die „Innung für Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik Soest-Lippstadt “ 50 Mitgliedsbetriebe in ihren Reihen.

 

Der Beruf in aller Kürze

 

Ein Dachdecker sorgt mit seiner Arbeit für wind- und wetterfeste Gebäude. Dächer zu decken ist aber nur ein Bestandteil seiner Tätigkeiten. Die Ausführung von Wärmedämmung, die Gestaltung von Fassaden, Strom durch Solartechnik zu erzeugen und das Klima durch Gründächer zu verbessern, gehört heute und in Zukunft immer stärker genauso dazu.
Für die Vermessung oder die Inspektion von Dächern und Fassaden werden im Dachdeckerhandwerk zum Beispiel zunehmend Drohnen eingesetzt. Drohnen mit Kamerasystemen können etwa Übersichtsbilder oder detaillierte Aufnahmen von Schäden liefern – ganz ohne Gerüst oder Hebebühne. Um für die Anwendungen dieser Technologie gerüstet zu sein, müssen sich künftige Fachkräfte die entsprechenden Kenntnisse aneignen.

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