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Traumberufe in Lippstadt

Fliesen-, Platten- 
und Mosaikleger

(m/w/d)

Fliesen-, Platten- und Mosaikleger

Tischlerei Zimmermann in Hamm
Der gelernte Fliesen-, Platten- und Mosaikleger Thorsten Dauk kauft die Fliesen bei verschiedenen Großhändlern ein. Ein Trend derzeit sind die so genannten Retro-Fliesen. Foto: Wissing

„Man wird uns brauchen, solange es Fliesen gibt!“

Thorsten Dauk hat in seinem Ausbildungsbetrieb richtig Karriere gemacht

 

Vor genau fünf Jahren hat Thorsten Dauk die Geschäftsführung der Firma Herberhold-Fliesenverlegung in Lippstadt übernommen. In dem alteingesessenen Familienunternehmen, das bereits 1936 gegründet wurde, hat der 51-jährige Handwerker direkt nach der Schule auch seine Ausbildung als Fliesen-, Platten- und Mosaikleger absolviert. Er ist ein gutes Beispiel dafür, dass man mit Fleiß und Können im eigenen Ausbildungsbetrieb Karriere machen kann. Im Gespräch betont Thorsten Dauk, dass er seine berufliche Entscheidung bis heute nicht bereut hat.

Warum haben Sie sich für genau dieses Handwerk entschieden?

Ich hatte ein Jahr vor meiner Ausbildung ein Praktikum bei Herberhold gemacht. Dabei habe ich mich sehr wohl gefühlt. Mir gefiel die Tätigkeit, ich mochte die Kollegen. Klar ist gerade dieses Handwerk manchmal sehr anstrengend und stressig, aber bis heute gehe ich von 100 Tagen an 99 sehr gern zur Arbeit.

Was gefällt Ihnen besonders an Ihrem Beruf?

Auf jeden Fall die Abwechslung, und dass man ständig mit Arbeitskollegen an verschiedenen Baustellen und an verschiedenen Orten zusammen arbeitet. Man sieht auch relativ schnell das fertige Gesamtergebnis: Das neue Badezimmer, Küchen oder Böden in Wohnbereichen, Treppenhäuser, sanitäre Anlagen Großküchen oder auch Geschäftsräume. Es ist immer wieder eine andere Umgebung, eine unterschiedliche Arbeitssituation und eine neue Herausforderung. Es wird einem in diesem Beruf eigentlich nie langweilig, schon weil das Produkt Fliese auch immer eine andere Farbe, Form und Größe hat, von Mosaik 5 mal 5 Zentimeter bis zum Großformat 1.20 mal 3.60 Meter.

Man hört oft, dass gerade ihr Beruf körperlich anstrengend sei, stimmt das?

Ja, das ist er schon. Man sollte auf jeden Fall körperlich fit sein, da man ja viele Stunden auch in gebückter Haltung und auf den Knien arbeitet. Außerdem  müssen zwischendurch immer wieder auch Materialien transportiert werden, die nicht gerade leicht sind.

Tischlerei Zimmermann in Hamm
Hubertus Henneboele macht die Arbeit auf der Baustelle nach wie vor Freude: Der 55-jährige Handwerker gehört zu den dienstältesten Mitarbeitern der Firma Herberhold. Foto: Wissing
 

Da stellt sich doch die Frage, wie es mit Frauen in Ihrem Beruf aussieht?

Also ganz ehrlich, ich kannte in der Lehre ein einziges Mädel, das bei seinem Vater im Betrieb gelernt und anschließend aber studiert hat. Frauen in diesem Bereich sind schon eher die Ausnahme.  Ich kenne persönlich keine, möchte aber grundsätzlich nicht ausschließen, dass auch Frauen hier Möglichkeiten haben können.

Welche Voraussetzungen sollte man überhaupt mitbringen?

Wie schon gesagt, eine gewisse körperliche Belastbarkeit. Aber auch ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen. Und auch soziale Kompetenz, weil man ja viel im Team arbeitet und man auch immer wieder zu Kunden einen persönlichen Kontakt hat. Oft gibt es auf der Baustelle noch eine persönliche Beratung des Kunden. Man muss gewissenhaft, sorgfältig und akkurat arbeiten können. Auch für Mathematik und technisches Zeichnen sollte ein gewisses Interesse da sein. Außerdem muss man bereit sein, früh aufzustehen. Um sieben Uhr beginnt der Arbeitstag.

Was raten Sie potentiellen Ausbildungsbewerbern?

Wir haben derzeit zwei Auszubildende im Unternehmen. Ideal ist es, wenn sich beide Seiten durch ein zwei- bis dreiwöchiges Praktikum vorher schon kennen gelernt haben. Der zukünftige Auszubildende merkt schnell, ob ihm der Beruf wirklich liegt und Freude macht und der Ausbilder kann sich ebenfalls von den Fähigkeiten des Praktikanten  ein gutes Bild machen. Das beugt späteren Enttäuschungen vor.

Welche Aufstiegschancen gibt es?

Man hat natürlich wie in jedem Handwerk die Möglichkeit, nach der Gesellenprüfung auch die Meisterprüfung zu machen. Außerdem kann man nach der Lehre auch noch studieren, das ist in unserem Handwerk aber eher unüblich.

Hat der Beruf des Fliesen-, Platten- und Mosaiklegers Zukunft?

Auf jeden Fall. Man wird uns brauchen, solange es Fliesen gibt, die verlegt werden müssen. Denn das kann bis jetzt keine Maschine leisten. Man benötigt nach wie vor den Menschen mit Hand und Augenmaß. Natürlich gibt es inzwischen viele Maschinen, die die Arbeit erleichtern, aber immer noch kommt es auf Augenmaß und Fingerfertigkeit an. Es ist in erster Linie wirklich ein Handwerk und das wird sich auch in Zukunft  nicht ändern.

Tischlerei Zimmermann in Hamm
Thorsten Dauk hat es in seinem Ausbildungsbetrieb vom Lehrling bis zum Geschäftsführer gebracht. Auch jede Menge Schreibtischarbeit gehört bei ihm zum Handwerk. Foto: Wissing

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3 gute Gründe

Obermeister Schwienhorst

Markus Mies, Obermeister der Fliesen-, Platten- und Mosaikleger-Innung Hellweg-Lippe

Herr Mies, warum empfehlen Sie eine Ausbildung zum Fliesen, Platten und Mosaikleger ?

Mies: „Der Ausbildungsberuf zum Fliesen-, Platten- und Mosaikleger ist abwechslungsreich, denn man hat ständig wechselnde Baustellen mit immer neuen Arbeiten und Aufgaben.”

Das klingt spannend. Welche Fähigkeiten sollten die Menschen mitbringen, wenn sie Fliesen, Platten und Mosaiklegerwerden wollen?

Mies: „Interessenten sollten mathematische Fähigkeiten, ein gutes Auge und viel Spaß am Gestalten von Räumen mitbringen.“

Was sind die Hauptaufgaben eines Fliesen, Platten und Mosaikleger?

Mies: „Die Hauptaufgaben sind das Verlegen und Verfugen von Fliesen, Platten und Mosaik an Wänden und Böden.“

Markus Mies

mm@fliesen-mies.de

Tel. 02947-5424

Die fakten zur Ausbildung

Ausbildungsdauer:

3 Jahre

 

Vergütung monatlich:

890 € im 1. Lehrjahr
1.230 € im 2. Lehrjahr
1.495 € im 3. Lehrjahr

 

Abgeschlosssene Ausbildungsverträge
in 2020:

20 (1. Lehrjahr) / 40 insgesamt

 

Berufsschulstandort:

Hamm, Soest, Unna und Dortmund

 

Weitere Zahlen:

Aktuell hat die „Fliesen-, Platten- und Mosaikleger-Innung Hellweg-Lippe“ 72 Mitgliedsbetriebe in ihren Reihen (Kreise Soest und Unna sowie die Stadt Hamm). Die Betriebe bilden aktuell 40 junge Menschen aus.

 

Der Beruf in aller Kürze

 

Fliesen-, Platten- und Mosaikleger/-innen verkleiden und gestalten Wände, Böden und Fassaden mit Mosaiken, Fliesen und Platten, zum Beispiel für Küchen, Bäder, Hausfassaden, Schwimmbäder (innen und außen) oder Fußböden. Sie bereiten den Untergrund vor, verlegen die Materialien und füllen die Fugen auf. Dabei beachten sie sowohl Sauberkeits- und Hygieneaspekte sowie optische Gesichtspunkte. Selbstverständlich bessern sie zudem alte und beschädigte Beläge aus.

Ausbildungs-Coach Dietmar Stemann, Ausbildungscoach bei der Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe, steht für weitere Fragen zur Berufsausbildung am Montag, 17. Mai, in der Zeit von 17 bis 19 Uhr unter der Rufnummer 02921 892-226 zur Verfügung.

Außerdem lohnt sich ein Blick in die neue App PASST! der Kreishandwerkerschaft.

 

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