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Traumberufe in Hamm

Friseur

(m/w/d)

Das Friseur – Handwerk

präsentiert von

Sparkasse Hamm
Tischlerei Zimmermann in Hamm
Ein Team für Vielfalt: Matthias Seiffert-Bernsmann (vorn) ist mit Tiffy Tegethoff, Bärbel Rothkegel und Susanne Kölling (von links) für alle Kunden da.     

Kämme sind keine Zauberstäbe

Matthias Seiffert-Bernsmann betreibt den Friseursalon Queerschnitt

Von Peter Körtling

Modern, kreativ und für alle Menschen offen – mit dieser Haltung hat der Friseursalon „Queerschnitt“ seit 2006 eine inzwischen 15-jährige Erfolgsgeschichte geschrieben. Inhaber Matthias Seiffert-Bernsmann hat sich mit dem Salon den Traum von der Selbstständigkeit als Friseurmeister erfüllt.

Dabei hatte er zunächst gezögert, in seinem Wunschberuf durchzustarten. „Eigentlich war Friseur schon als Kind mein Traumberuf“, berichtet der Inhaber. Trotzdem wollte er nach der Schule zunächst etwas anderes ausprobieren und erlernte den Beruf des Industriemechanikers „Da habe ich aber schnell gemerkt, dass mir die Kreativität und der Umgang mit Menschen zu sehr fehlen.“

 

Ehrlichkeit ist wichtig

Ob Kinder oder Senioren – alle fühlen sich in dem familiären Team wohl. Auch für extrovertierte Kunden mit besonderen Wünschen sind Matthias Seiffert-Bernsmann und sein Team an der Kamener Straße 118 da. Wobei er schon aufklärt, wenn Wunsch und Wirklichkeit zu weit voneinander entfernt sind: „Da ist dann auch der Psychologe gefragt, denn nicht alles, was man aus Modezeitschriften oder dem Fernsehen kennt, steht einem auch selbst.“

Mit viel Fingerspitzengefühl klären er und seine drei Damen dann auf: „Kämme sind eben keine Zauberstäbe“, sagt Matthias Seiffert-Bernsmann mit einem Schmunzeln. Diese Ehrlichkeit sei aber unumgänglich, genauso wie Diskretion, Sachkunde und das fachliche Können. Mit diesen Werten ist der Meister erfolgreich geworden – und er hat seine Philosophie stets an den beruflichen Nachwuchs weiter vermittelt. „Ausgebildet habe ich immer, denn gute Fachkräfte sind im Handwerk unumgänglich.“

Tischlerei Zimmermann in Hamm
Gegenseitig stylen: Tiffy Tegethoff fönt ihrer Kollegin Bärbel Rothkegel die Haare.
Tischlerei Zimmermann in Hamm
Dieses Friseurteam ist offen für vielfältige Wünsche – das lässt der Salon schon von außen vermuten.

Unser Beruf wird oft unterschätzt

Seine aktuelle Auszubildende verfügt bereits über Erfahrung: Tiffy Tegethoff hatte vor 18 Jahren ihre Friseurausbildung begonnen, musste diese allerdings abbrechen. Nun macht sich die engagierte Frau daran, die Ausbildung mithilfe ihres Meisters zu beenden. „Dank meinem Chef hat es geklappt, die Ausbildung über den Weg als Umschulung zu gehen“, berichtet Tiffy Tegethoff. So stieg sie direkt im zweiten Ausbildungsjahr ein und genießt das gute Miteinander im Team bei Queerschnitt.

Bei allem, was zum guten Handwerk in der heutigen Zeit gehört, macht sie dank der Unterstützung durch ihren Chef und die Kolleginnen sehr gute Fortschritte. „Unser Beruf wird oft unterschätzt“, erklärt Matthias Seiffert-Bernsmann. Gerade die Anfänger merkten schnell, dass eine dritte Hand oft hilfreich wäre. Stets wechselnde Trends, hochwertige neue Produkte in allen Bereichen und vor allem der Umgang mit ganz verschiedenen Kunden sorgen dafür, dass keine Routine aufkommt.

Die Offenheit den Menschen gegenüber – in Kombination mit praktischen und theoretischen Fähigkeiten – machen den Reiz des Berufs aus, wie Seiffert-Bernsmann erklärt. Umso mehr schmerzte der Lockdown. Als sich die ersten Lockerungen abzeichneten, hätten sie alle sofort alles daran gesetzt, wieder zu öffnen, erzählt der Meister. „Wir sind durchgeimpft, und trotz Masken und Desinfektion ist die Freudedarüber, wieder arbeiten zu dürfen, bei uns wie beim Kunden riesig.“

Manche treuen Stammkunden habe er zunächst kaum wiedererkannt. Den Kunden sei es bei ihm allerdings ähnlich gegangen: „Ich habe mir die Haare in den vergangenen Monaten bewusst lang wachsen lassen, um sie bald für Perücken zugunsten kranker Menschen zu spenden“, erklärt der Meister seinen Wandel. Seine Mitarbeiterinnen sind stolz auf ihren Chef und er freut sich schon darauf, bald durch seinen Kollegen Manuel Birwe von seiner Lockenpracht befreit zu werden.

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3 gute Gründe

Obermeister Schwienhorst

… Ingo Lanowski, seit mehr als 30 Jahren selbstständiger Friseurmeister. Er kümmert sich als Innungsobermeister der Friseurinnung Hamm um über 50 Betriebe.

Warum empfehlen Sie die Ausbildung zum Friseur beziehungsweise zur Friseurin?

Lanowski: „Weil es der einzige Beruf ist, bei dem man in dieser Art gemeinsam mit dem Kunden die eigene Kreativität ausleben kann. Nirgendwo sonst hat man die Möglichkeit, in einer Stunde Menschen glücklich zu machen. Jeder Tag ist anders, und immer wieder erlebt man die Freude der Kunden.“

Das klingt spannend. Welche Fähigkeiten sollten die Menschen mitbringen, wenn sie Friseur werden wollen?

Lanowski: „Grundsätzlich ist die Offenheit für Menschen wichtig. Die Kommunikations- und Kontaktfähigkeit, Liebe zum Detail und Offenheit für Neues sind in diesem Beruf unverzichtbare Grundlagen. Wir arbeiten ja mit dem Kunden und nicht nur an ihm. Alles Weitere, die Techniken, das Wissen um Materialien, ob Naturstoffe oder aus der Chemie – diese Dinge lernt man in der Ausbildung. Dabei gibt es viel zu lernen, aber wer sich selbst fordert, der kann sehr schnell an die Arbeit mit den Kunden gelangen und sich immer mehr Expertise aneignen.“

Was sind die Hauptaufgaben eines Friseurs?

Lanowski: „In erster Linie natürlich die, seine Kunden glücklich zu machen, aber so ganz einfach und standardisiert lässt sich das kaum sagen. Dazu sind die Möglichkeiten schlicht zu vielfältig. Zahllose Schulungs- und Weiterbildungsangebote lassen vielfache Spezialisierungen zu. Wer seinen Meister macht, kann ausbilden, hohe Positionen erreichen und auch in die eigene Selbstständigkeit starten. Dabei wird es nie langweilig, denn die Moden in unserem Handwerk wechseln oft. Und – wenn man will – steht einem die ganze Welt offen.“

Die fakten zur Ausbildung

Ausbildungsdauer:

3 Jahre

 

Vergütung monatlich:

610 € im 1. Lehrjahr
720 € im 2. Lehrjahr
815 € im 3. Lehrjahr

 

Abgeschlossene Ausbildungsverträge
in 2020:

23 (1. Lehrjahr) / 60 insgesamt

 

Berufsschulstandort:

Hamm

 

Weitere Zahlen:

Aktuell hat die „Friseur-Innung Hamm “ 54 Mitgliedsbetriebe in ihren Reihen. 

 

Der Beruf in aller Kürze

 

Friseure und Friseurinnen beraten ihre Kunden bei der Wahl einer passenden Frisur. Dann waschen, schneiden, pflegen und frisieren sie die Haare. Je nach Wunsch färben sie die Haare auch oder legen Dauerwellen. Sie ergänzen Frisuren mit künstlichen Haarteilen, die sie zum Teil selbst herstellen, verlängern Haare mit künstlichen Strähnen (Extensions) oder beraten ihre Kunden bei der Auswahl, Verwendung und Pflege von Perücken und Toupets.
Zum Herrenfach gehört es zudem, Bärte zu rasieren, zu pflegen und zu formen. Friseure und Friseurinnen führen auch kosmetische Behandlungen der Haut sowie Hand- und Nagelpflege durch und beraten Kunden über Kosmetikprodukte. Darüber hinaus bedienen sie die Kasse, führen Abrechnungen durch und vereinbaren Kundentermine

 

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