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Traumberufe in Lippstadt

Friseur

(m/w/d)

Das Friseur – Handwerk

Tischlerei Zimmermann in Hamm
Noch übt Xenia Elert manch haarigen Handgriff an Puppenköpfen. Umso mehr freut sie sich darauf, bald eigene Kunden verschönern zu können. Fotos: Karin Cordes
 

Wir verschönern Menschen

Xenia Elert liebt das Friseurhandwerk – und besonders den Umgang mit den Kunden

Von Karin Cordes

ANRÖCHTE – „Es ist ein wunderbarer Beruf. Denn es macht Spaß, die Menschen zu verschönern“, schwärmt Friseurmeisterin Marion Heuken-Schütte von ihrem Handwerk. Diese Begeisterung liegt in der Familie. 1954 gründete Heribert Heuken das Friseurgeschäft – damals noch als reinen Herrensalon. Nach ihrer Friseurausbildung griff auch Ehefrau Irmgard zur Schere und so konnte das Geschäft um einen Damensalon vergrößert werden.

Frisch von der Meisterschule trat 1986 Marion Heuken-Schütte in die Fußstapfen ihrer Eltern. Seit 1996 leitet sie den Salon Heuken als modernes und zukunftsorientiertes Modeunternehmen. Eine Investition in die Zukunft des kreativen Friseurhandwerks ist dabei auch die Ausbildung junger Menschen wie Xenia Elert. Die 18-jährige hat ihr erstes Lehrjahr und die erste Prüfung hinter sich und weiß daher, dass der Friseurberuf weit mehr bedeutet, als „Waschen, schneiden, fönen“. Wir sprachen hierzu mit der jungen Auszubildenden und Friseurmeisterin Marion Heuken-Schütte.

Warum haben Sie sich für eine Ausbildung zur Friseurin entschieden?

Xenia Elert: Schon als kleines Mädchen habe ich gerne meinen Puppen Frisuren gemacht. Auch meine Oma musste häufig als Modell herhalten. So entstand denn auch der Wunsch eine Ausbildung als Friseurin zu machen. Nach mehreren Praktika stand für mich fest: Das ist genau das Richtige für mich. Und so habe ich dann nach meinem Realschulabschluss die Ausbildung in meinem Traumberuf begonnen. Mein Vater war von meiner Berufswahl zunächst gar nicht so begeistert. Er hielt das eher für ein Hobby, als für ein solides Handwerk. Inzwischen konnte ich ihn aber vom Gegenteil überzeugen. Jetzt steht er voll und ganz hinter meiner Berufswahl. Und auch ich habe meine Entscheidung nicht bereut. Die Arbeit macht großen Spaß.

Was ist denn das Besondere an diesem Beruf?

Marion Heuken-Schütte: In unserem Beruf verschönern wir Menschen. Dabei sehen wir sofort das Ergebnis unserer Arbeit und bekommen ein Feedback. Ziel ist es, den Kunden nicht nur eine Frisur, sondern auch ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Für viele Menschen ist der Besuch beim Friseur eine Auszeit vom Alltag. Gerade nach dem Lockdown haben wir immer wieder gehört: „Das ist hier wie ein kleiner Urlaub“. Überhaupt gehört der enge Kontakt mit den Kunden und die oft auch persönlichen Gespräche zu unserem beruflichen Alltag dazu. Und auch das macht viel Freude.

Tischlerei Zimmermann in Hamm
Bei vielen Arbeiten schaut die junge Auszubildende Marion Heuken- Schütte und den erfahrenen Kollegen noch über die Schulter. Aber Übung macht bekanntlich die Meisterin.
 

Xenia Elert: Ich liebe gerade das Färben und Föhnen. Es ist einfach schön, wenn man sofort das Ergebnis seiner Arbeit sieht und wenn dem Kunden die Verschönerung gefällt. Der Umgang mit den Kunden ist auch das, was ich besonders mag. Ich habe den ganzen Tag mit Menschen zu tun. Daher freue ich mich darauf, dass ich im Laufe meiner Ausbildung auch eigene Kunden haben werde. Aber nicht nur der Umgang mit den Menschen interessiert mich, sondern auch die handwerklichen Arbeiten. In der Theorie habe ich bereits viel gelernt. Nun gilt es, das in der Praxis anzuwenden – nicht nur an den Puppenmodellen. Derzeit übe ich noch an Modellen wie meiner Oma oder auch an einigen Kunden, die sich dafür bereit erklären.

Praxis und Theorie sind enorm wichtig

Wie sieht ein typischer Arbeitsalltag aus?

Xenia Elert: So wie jeder Kunde anders ist, ist auch jeder Tag verschieden. Eines ist allerdings immer gleich. Zunächst einmal verschafft man sich einen Überblick, welche Kunden an diesem Tag einen Termin haben. Auch die Farben und andere Arbeitsmittel werden herausgelegt, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Natürlich wird auch Kaffee gekocht.

Marion-Heuken-Schütte: Xenia hat die erste Prüfung bereits hinter sich. Die ist nicht ohne. Dabei geht es um die handwerklichen Basisarbeiten. Man lernt klassische Haarschneidetechniken. Gerade ein Herrenhaarschnitt ist eine sehr hohe Anforderung. Da muss akkurat gearbeitet werden. Auch die Dauerwelle gehört zum Basiswissen. Selbst wenn sie derzeit in den Salons keine große Rolle mehr spielt, muss man das in diesem Handwerk einfach können. Im zweiten Teil der Prüfung erwartet Xenia dann das modische Arbeiten. Doch neben der Theorie ist natürlich die Praxis enorm wichtig. Bei vielen Arbeiten schaut sie noch den Kollegen über die Schulter und übernimmt dann mehr und mehr eigene Aufgaben. Es geht darum, selbst ein Gefühl für Formen und Farben zu bekommen. Und natürlich für die Bewegung im Haar.

Welche Voraussetzungen braucht man für die Ausbildung?

Marion Heuken-Schütte: Die Ausbildung ist weitaus anspruchsvoller, als viele Menschen glauben. Daher ist zumindest ein guter Hauptschulabschluss vonnöten. Ebenso sollte man über gute Deutschkenntnisse verfügen, denn Kommunikation mit den Kunden ist in unserem Beruf ganz entscheidend. Überhaupt braucht man ein offenes und freundliches Wesen sowie höfliche Umgangsformen und ein gepflegtes Äußeres. Als Friseur/in arbeitet man in ganz nahem Kontakt mit anderen Menschen. Auch das muss man können. Ganz wichtig ist handwerkliches Geschick, Kreativität und ein Gefühl für Formen und Farben. Außerdem darf man nicht vergessen, dass es zwar ein schöner, aber auch anstrengender Beruf ist. Wir stehen den ganzen Tag auf den Beinen. Am Abend brennen da schon mal die Füße.

Gibt es nach der Ausbildung Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten?

Xenia Elert: Da gibt es einige. Aber ehrlich gesagt, plane ich da noch nicht weiter. Mein Ziel ist es, meine Ausbildung erfolgreich zu absolvieren.

Marion Heuken-Schütte: Tatsächlich gibt es auch nach der Ausbildung noch viele Wege. Man kann die Meisterschule besuchen oder auch den Betriebswirt im Handwerk machen. Für viele ist auch ein Einsatz als Maskenbildnerin interessant – vielleicht mit einem beruflichen Einsatz beim Fernsehen oder Theater.

Ein Beruf mit Zukunft

Hat der Beruf Zukunft?

Marion Heuken-Schütte: Das hat er auf jeden Fall. Denn Menschen wollen immer verschönert werden. In unserem Handwerk spielen auch Trends eine große Rolle. Wobei ich sagen muss, dass derzeit die Herren da weitaus mutiger sind als die Damen. Bei den Frauen steht momentan Natürlichkeit hoch im Kurs. Kurzhaarschnitte sind gerade bei den jungen Frauen eher selten. Stattdessen tragen sie die Haare lang. Die Herren experimentieren mehr – selbst die Dauerwelle kommt wieder in Mode.

Tischlerei Zimmermann in Hamm
Farben und Färben spielt eine große Rolle im Berufsalltag. Auch dafür bekommt Xenia im Laufe der Ausbildung einen sicheren Blick und ein sicheres Händchen.
 
Tischlerei Zimmermann in Hamm
Der Beruf der Friseurin ist ein wunderschöner, aber auch anstrengender Beruf. Körperliche Fitness ist notwendig, wenn man den ganzen Tag auf den Beinen steht.

Doch egal, welcher Trend. Ein schöner Haarschnitt ist und bleibt gefragt. Und dafür steht unser Handwerk. Wenn auch leider durch die Corona-Krise einiges schwerer geworden ist. So müssen wir laut den Hygienevorschriften jedem Kunden die Haare waschen. Das bedeutet mehr Zeitaufwand und einen erhöhten Preis. Einige Menschen sparen sich da den einen oder anderen Besuch im Salon. Andererseits hat das Friseurhandwerk unmittelbar nach dem Lockdown eine große Wertschätzung erfahren. So oder so. Es hat sich durch die Pandemie – wie in so vielen Branchen – einiges verändert. Aber an die Zukunft dieses Handwerks glaube ich fest.

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3 gute Gründe

Obermeister Schwienhorst

Norbert Bitter, Obermeister der Friseur-Innung Soest-Lippstadt

Herr Mies, warum empfehlen Sie eine Ausbildung zum Friseur ?

Bitter: „Weil es ein sehr kreativer Beruf ist, bei dem man direkt eine Rückmeldung vom Kunden zu seiner Arbeit bekommt.”

Das klingt spannend. Welche Fähigkeiten sollten die Menschen mitbringen, wenn sie Friseur werden wollen?

Bitter: „Interessenten sollten Spaß an Mode und Fashion sowie die Bereitschaft zum Lernen und eine gewisse körperliche Belastbarkeit mitbringen. Außerdem sollten sie gute Umgangsformen haben, freundlich sein und sich nicht aus der Ruhe bringen lassen.“

Was sind die Hauptaufgaben eines Friseurs?

Bitter: „Die Hauptaufgaben sind das Schneiden, Färben und Frisieren von Haaren, das Auflegen von individuellem Make-up und das Beraten zu diversen Themen wie Färbe-, Umform- und Strähnchentechniken sowie zu Haarfarben, Gesichtsformen und Typen.“

 

Norbert Bitter

Frohnenkamp 8

59510 Lippetal-Herzfeld

Tel. 02923-8655

Friseur.bitter@t-online.de

Die fakten zur Ausbildung

Ausbildungsdauer:

3 Jahre

 

Vergütung monatlich:

610 € im 1. Lehrjahr
720 € im 2. Lehrjahr
815 € im 3. Lehrjahr

 

Abgeschlossene Ausbildungsverträge
in 2020:

25 (1. Lehrjahr) / 78 insgesamt

 

Berufsschulstandort:

Lippstadt und Soest

 

Weitere Zahlen:

Aktuell hat die „Friseur-Innung Soest-Lippstadt “ 125 Mitgliedsbetriebe in ihren Reihen.

Der Beruf in aller Kürze

 

Friseure und Friseurinnen beraten ihre Kunden bei der Wahl einer passenden Frisur. Dann waschen, schneiden, pflegen und frisieren sie die Haare. Je nach Wunsch färben sie die Haare auch oder legen Dauerwellen. Sie ergänzen Frisuren mit künstlichen Haarteilen, die sie zum Teil selbst herstellen, verlängern Haare mit künstlichen Strähnen (Extensions) oder beraten ihre Kunden bei der Auswahl, Verwendung und Pflege von Perücken und Toupets.
Zum Herrenfach gehört es zudem, Bärte zu rasieren, zu pflegen und zu formen. Friseure und Friseurinnen führen auch kosmetische Behandlungen der Haut sowie Hand- und Nagelpflege durch und beraten Kunden über Kosmetikprodukte. Darüber hinaus bedienen sie die Kasse, führen Abrechnungen durch und vereinbaren Kundentermine

 

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