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Traumberufe in Unna

Friseur

(m/w/d)

Das Friseur – Handwerk

präsentiert von

Sparkasse Hamm
Tischlerei Zimmermann in Hamm

Mit Kreativität und dem Auge für Schönheit

Schon früh kam Petra Quante mit dem Friseurhandwerk in Kontakt, heute führt in Werne den Betrieb ihres Vaters fort.

Manchmal wird einem der spätere Beruf quasi in die Wiege gelegt, wer wüsste das besser als Petra Quante? Denn ihr Vater Paul Quante gründete 1958 seinen eigenen Friseursalon und schuf mit dem Umzug an den Werner Markplatz sowie der Schaffung des ikonischen „lila Hauses“ ein kleines Wahrzeichen im Herzen der Stadt. Noch heute arbeitet die Friseurmeisterin an dem Ort, an der ihr Familienname zu einem Synonym für das Friseurhandwerk in Werne wurde.

Zugleich ist es aber auch der Ort, an dem sie schon in ihrer Kindheit viel Zeit verbrachte. „Ich durfte mit acht Jahren schon Haarwäschen übernehmen, irgendwie gehörte der Salon immer dazu“, blickt Petra Quante auf ihre Kindheit zurück. Vom Sortieren der allgegenwärtigen Dauerwellenwickler, über das Fegen der abgeschnittenen Haare, bis zum Kümmern um die benötigten Handtücher – immer gab es kleine Aufgaben, die Petra Quante und ihre Brüder übernahmen, um die Eltern und deren Angestellten zu entlasten.

 

Da ist es wenig verwunderlich, dass am 1. August 1980 ein großer Schritt folgte: der Beginn der Ausbildung im elterlichen Betrieb. „Ich fand die ersten Tage lustig, vor allem, weil mir etwas der Ernst fehlte und ich es komisch fand, den ganzen Tag im Salon zu sein“, beschrieb Petra Quante anlässlich des 60-jährigen Firmenjubiläums ihren ganz eigenen Start im Handwerk. Doch diese Phase dauerte nur kurz an, denn die Entwicklung im Friseurhandwerk und den Kundenwünschen, brachten die damalige Auszubildende dazu, an den Wochenenden eine Haarschneideschule in Wesel zu besuchen. „Früher gab es sehr viel Dauerwelle, aber zu dieser Zeit kamen neue Trends auf. Mit den Föhnfrisuren wurde das Haarschneiden wichtiger und die Methoden dafür haben ich dort gelernt.“

Diese eigenen Erlebnisse sind ein ideales Beispiel für ein Markenzeichen, von dem das Friseurhandwerk bis heute geprägt ist: die stetige Veränderung. „Unser Handwerk ist immer im Wandel der Zeit. Wenn die Trends sich verändern, dann ändert sich auch unsere Arbeit. Immerhin erfüllen wir ja die Wünsche der Kunden“, erläutert Petra Quante. Doch allein auf Frisurentrends beschränkt sich dieser Wandel nicht. Mal betrifft er die Techniken des Handwerkes, an anderer Stelle dann wieder das Verhalten der Kundschaft. „Früher gab es Frisurenbücher, in denen dann geblättert wurde. Heute suchen die Leute selbst im Internet nach ihrer Wunschfrisur.“

Mitunter führt das für die erfahrende Meisterin zu skurrilen Szenen. „Es kommt immer wieder vor, dass Leute Bilder von einem Frisurenwunsch zeigen und ich dann feststelle, dass es eine Perücke ist“, berichtet Petra Quante. Denn auch auf diesem Gebiet kennt sie sich aus, obwohl es nur ein kleiner Randbereich des Handwerks ist. „Meine Eltern hatten Haarteile und Perücken im Angebot, das habe ich dann beibehalten. Aber an solchen Fällen sieht man dann wieder, dass die Beratung sehr wichtig ist.“

Die umfangreiche Beratung ist ein Bereich, in dem auch der Berufsnachwuchs fit sein muss – und das erfordert viel Wissen. Denn der Beruf ist umfangreich und erstreckt sich auf Felder, die man im ersten Moment in der Regel nicht sofort mit ihm in Verbindung bringt – zum Beispiel das Schulfach Chemie. Denn spätestens beim Färben oder Tönen der Haare kommt das Wissen um chemische Prozesse ins Spiel. Neu ist das natürlich nicht und daher stand auch Petra Quante einst vor der Aufgabe, sich dieses Wissen anzueignen. Dabei half ihr die Begeisterung für ihr Handwerk. „In der Schule habe ich mit Chemie nicht so viel anfangen können, in der Berufsschule war das dann aber ganz anders. Da hatte ich dann den Bezug zu dem Beruf, der mir Spaß macht.

Wir haben immer mit schönen Dingen zu tun

Ein ähnliches Interesse bei jemanden, der noch am Anfang seiner Handwerkskarriere steht, hat sie jüngst wieder erleben können. „Ich hatte einen Praktikanten, der mir über die Werkstatt im Kreis Unna vermittelt wurde. Das hat so gut gepasst, dass er ab August bei uns als Azubi anfangen wird“, berichtet die Friseurmeisterin. Trotz einiger Vorkenntnisse aus einem Barbershop, traf den baldigen Berufsneuling während seines Praktikums aber auch die Erkenntnis, dass das Friseurhandwerk deutlich vielschichtiger ist als seine Erfahrungen in der Bartpflege.

„Allein schon das Waschen der Haare fällt darunter, da kommt viel zusammen. Man muss auf die Temperaturen achten und darauf, dass kein Wasser oder Shampoo ins Gesicht läuft. Danach geht es dann mit der Technik weiter, um den Handtuchturban zu binden. Das sind alles Dinge, die man als Friseur beherrschen muss“, blickt Petra Quante auf die vielen kleinen Handgriffe, die zu ihrem Handwerk zählen.

Dass es sich jedoch lohnt, diese Kniffe und Techniken zu lernen, davon ist sie überzeugt. „Wir haben immer mit schönen Dingen zu tun, wir erschaffen immer eine Verschönerung. Das muss man von seinem Beruf auch erst einmal behaupten können. Wenn man ein Lächeln zurückbekommt, dann ist das eine Menge wert – und das erleben wir jeden Tag.

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3 gute Gründe

Obermeister Schwienhorst

Björn Barthold Obermeister der Friseur-Innung Unna

Herr Barthold, warum empfehlen Sie eine Ausbildung zum Friseur ?

Barthold: „Weil es eine handwerkliche Arbeit ist, man sehr kreativ arbeiten kann und auch sehr gute Zukunftschancen hat. Das gilt dann nicht nur für die Branche. Bei Film und Fernsehen werden Friseure immer gefragt oder an der Bühne. Wir sind halt nicht durch Internet und Maschinen ersetzbar.”

Das klingt spannend. Welche Fähigkeiten sollten die Menschen mitbringen, wenn sie Friseur werden wollen?

Barthold: „Man muss sich gerne mit anderen Menschen beschäftigen und kommunikativ sein. Aber natürlich gehören auch Kreativität und handwerkliches Geschick dazu. Wichtig ist außerdem der Spaß an Schönheit und Mode.“

Was sind die Hauptaufgaben eines Friseurs?

Barthold: „Für mich ist es das Wichtigste, dass man gut zuhören und analysieren kann, was der Kunde für Wünsche hat. Wie sieht er sich selbst? Und dann natürlich ihn zu beraten, ob diese Wünsche mit der Haarstruktur überhaupt möglich ist oder ob es zum jeweiligen Typ passt. Wenn ich das verstanden habe, dann habe ich eine der Hauptaufgaben gemeistert.“

Die fakten zur Ausbildung

Ausbildungsdauer:

3 Jahre

 

Vergütung monatlich:

610 € im 1. Lehrjahr
720 € im 2. Lehrjahr
815 € im 3. Lehrjahr

 

Abgeschlossene Ausbildungsverträge
in 2020:

21 (1. Lehrjahr) / 68 insgesamt

 

Berufsschulstandort:

Unna

 

Weitere Zahlen:

Aktuell hat die „Friseur Innung Unna “ 102 Mitgliedsbetriebe in ihren Reihen.

 

Der Beruf in aller Kürze

 

Friseure und Friseurinnen beraten ihre Kunden bei der Wahl einer passenden Frisur. Dann waschen, schneiden, pflegen und frisieren sie die Haare. Je nach Wunsch färben sie die Haare auch oder legen Dauerwellen. Sie ergänzen Frisuren mit künstlichen Haarteilen, die sie zum Teil selbst herstellen, verlängern Haare mit künstlichen Strähnen (Extensions) oder beraten ihre Kunden bei der Auswahl, Verwendung und Pflege von Perücken und Toupets.
Zum Herrenfach gehört es zudem, Bärte zu rasieren, zu pflegen und zu formen. Friseure und Friseurinnen führen auch kosmetische Behandlungen der Haut sowie Hand- und Nagelpflege durch und beraten Kunden über Kosmetikprodukte. Darüber hinaus bedienen sie die Kasse, führen Abrechnungen durch und vereinbaren Kundentermine

 

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