Traumberufe in Lippstadt

Friseur

(m/w/d)

Ausbildung zum Friseur

präsentiert von

Sparkasse Lippstadt
Wir sind Klimaschützer von Beruf
Dominik Busch, Vizeweltmeister im Friseurhandwerk, und die Auszubildende Gina Stinn

Dominik Busch ist Vizeweltmeister im Friseurhandwerk. In seinen Salons möchte er seinen Angestellten „ein Spielfeld geben, um ihre kreativen Talente auszuleben.“ Foto: Cordes

„Das Wichtigste ist die Lebensfreude“

Für Dominik Busch steht fest: Glückliche Friseure machen glückliche Kunden

von Karin Cordes

Glückliche Friseure machen glückliche Kunden. Das ist die feste Überzeugung von Dominik Busch. Der Friseurmeister lebt und liebt seinen kreativen Beruf. So sehr, dass er auf Wettkämpfen Vizeweltmeister im Friseurhandwerk wurde.

Doch als Inhaber seiner Salons in Rüthen, Warstein und Sichtigvor sieht er sich „als Arbeitgeber, der seinen Mitarbeiter/innen ein Spielfeld gibt, auf dem sie ihre kreativen Talente ausleben können“.

Warum Dominik Busch motiviert bis in die Haarspitzen ist und warum das Friseurhandwerk für ihn eine Art Philosophie ist, verriet er uns im Gespräch:

Was ist für Sie das Besondere am Beruf des Friseurs?

Das Faszinierende ist, dass man sich immer wieder auf neue Menschen einstellen muss. Der persönliche Kontakt zu unseren Kunden macht unseren Beruf aus. Und wir sehen sofort das Ergebnis unserer Arbeit. Dabei haben Frisuren sehr viel mit dem Selbstwert eines Menschen zu tun. Wir geben den Kunden Selbstvertrauen und ein gutes Gefühl – im Alltag, aber auch an den ganz besonderen Tagen im Leben. Denn gerade dann spielen die Haare eine große Rolle.

Man denke nur an Hochzeiten oder auch Schützenfeste. Wir sind dafür verantwortlich, die schönste Seite der Menschen darzustellen und ihm damit Wohlbefinden zu geben. Dabei geht es darum, den Menschen so zu sehen, wie er es tut. Für solch eine Arbeit ist nicht nur Kreativität vonnöten, sondern auch Nähe und Vertrauen.

Was sollten junge Menschen für das Friseurhandwerk mitbringen?

Sie brauchen eine gewisse Art von Kreativität und natürlich Fingergeschick. Doch das Wichtigste ist, dass sie offen sind und Lebensfreude ausstrahlen. Wer möchte schon im Salon von jemanden bedient werden, de muffelig und schlecht gelaunt ist? Dann wird der Funke nicht überspringen.

Es ist wichtig, dass man Freude an seinem Beruf hat. Und das sollte man ausstrahlen. Natürlich hat das Handwerk auch viel mit Chemie und Physik zu tun – aber das ist alles lernbar und wird einem ebenso wie die verschiedenen Techniken im Laufe der Ausbildung beigebracht.

Gibt es nach der Ausbildung Möglichkeiten zur Fort- und Weiterbildung?

Es gibt nicht umsonst das Sprichwort: „Erfolg folgt der Freude“. Wer Freude an seiner Arbeit hat, der wird es immer zu Geld und Anerkennung bringen. Und im Friseurhandwerk kann man so viele Wege einschlagen. Es gibt zahlreiche Schulungen und Fortbildungen. Natürlich ist es möglich die Meisterschule zu besuchen, um danach in die Selbstständigkeit zu gehen. Oder aber man spezialisiert sich als Colorist/in auf Haarfarben und Färbetechniken.

Eine Ausbildung als Friseur/in ist ebenfalls eine gute Basis, um danach im Bereich Make-Up-Artist oder als Maskenbildner am Theater zu arbeiten. Es ist sogar möglich ins Lehramt zu gehen und auf der Berufsschule zu unterrichten. Auch im Außendienst der Friseurbranche gibt es Beschäftigungsmöglichkeiten.

Die 21-jährige Gina Stinn ist bereits im dritten Jahr ihrer Ausbildung

Die 21-jährige Gina Stinn ist bereits im dritten Jahr ihrer Ausbildung und somit auch mit Färbetechniken und Haarfarben vertraut. Foto: Cordes

Hat das Friseurhandwerk Ihrer Meinung nach eine Zukunft?

Ja klar! Unser Handwerk ist durch keine Maschine zu ersetzen. Ich vergleiche das gerne mit einem Massagesessel. Es ist vielleicht angenehm, darauf zu sitzen. Aber es wird niemals das gleiche Gefühl sein, als ob ein Mensch massiert. Ebenso ist das mit uns Friseuren. Wir sind die Einzigen, die den Kunden den Kopf waschen dürfen.

Dabei ist Nähe wichtig. Und gerade in schwierigen Zeiten, wie wir sie gerade erleben, ist der Besuch beim Friseur für die Kunden wie ein kleiner Urlaub. Eine wohltuende Auszeit, bei der sie entspannen können, mal nicht online sind und sich selbst Gutes tun. Eine Kundin sagte mal: „Ich brauche keinen Psychologen, ich gehe lieber zum Friseur“. Das trifft es. Denn es geht um Vertrauen und Ruhe.  Derzeit mehr denn je.

Der Beruf ist allerdings im Wandel. Durch die Pandemie erlebten wir nicht nur die Angst der Kunden, sondern auch eine gesteigerte Wertschätzung. Auch sonst ändert sich einiges. Seien es Preismodelle oder Arbeitskonzepte. Ich denke, es ist sinnvoll, nicht mehr an den altherkömmlichen Arbeitszeiten festzuhalten.

Der Beruf sollte gut mit der Familie zu vereinbaren sein. In meinen Salons haben alle Mitarbeiter/innen, die Arbeitszeiten, die sie sich wünschen und die zu ihrem Leben passen. Auch das macht einen glücklichen Friseur aus. Und die wiederum sorgen für glückliche Kunden.

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3 Fragen an …

Norbert Bitter

… Norbert Bitter, Obermeister der Friseur-Innung Soest-Lippstadt

Welchen Beitrag leisten Friseure, um das Klima zu schützen?

Viele Friseure vermeiden Verpackungsmüll, indem sie unter anderem auf die Produkte von Firmen setzen, die Verpackungen aus kleingeschreddertem Altplastik anbieten oder aus einem Material, das besser abbaubar ist. Sie achten darauf, den Materialeinsatz beispielsweise beim Färben und beim Blondieren zu optimieren.

Es gibt Salons, auf deren Dächern Photovoltaikanlagen installiert sind. So sorgt die Energie der Sonne für das warme Wasser. Zusätzliche Energie kann häufig direkt ins Netz eingespeist werden. Wasser sparen lässt sich mit sogenannten Perlatoren-Armaturen, die die Menge des durchfließenden Wassers reduzieren, dem Wasser Luft beimischen und damit Wasser und Energie sparen.

Welchen Stellenwert hat der Themenkomplex Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Regionalität in der Berufsausbildung von Friseuren?

Der Themenkomplex wird in der Berufsschule angesprochen. Welchen Stellenwert er bei den einzelnen Ausbildungsbetrieben hat, kann ich nicht genau sagen, aber die Themen werden in der Berufsausbildung auf jeden Fall an verschiedenen Stellen angesprochen. Beispielsweise lernt der Nachwuchs in der Ausbildung, dass es nicht nur chemische Farben gibt, sondern dass wir die Haarfarbe auch mit natürlichen Pflanzenfarben beeinflussen können.

Es gibt mehr und mehr Friseurmeister, die sich mit diesen Themen beschäftigen. Viele bieten ihren Kunden zum Beispiel an, Verpackungsmüll zu sparen, indem sie mit ihren eigenen Gefäßen in den Salon kommen und dort ihre Produkte an Nachfüllstationen wieder auffüllen können. Denn als Friseure haben wir wesentlich größere Gebinde und so lässt sich Verpackungsmüll vermeiden.

Wie hat sich das Berufsbild von Friseuren den vergangenen Jahren verändert?

Das Berufsbild hat sich insofern verändert, als dass die Friseure heute Vieles können müssen, was vor Jahren noch nicht gefragt war. Dazu gehören beispielsweise die Balayage-Technik und neue Strähnchentechniken ebenso wie spezielle Farbveredelungen und moderne, wandelbare Frisuren.
Dadurch, dass sich der Modetrend verändert und zum Beispiel nicht mehr so plakative Haarfarben, sondern eher weiche Farbverläufe nachgefragt werden, passen die Friseure ihr Angebot stetig an. Die klassischen Techniken gehören zwar nach wie vor zum Leistungsspektrum, sind aber derzeit weniger gefragt. Das hat für die Auszubildenden den Vorteil, dass sie in ihren Salons sowohl die traditionellen als auch neue Techniken lernen.

Die Fakten zur Ausbildung

Ausbildungsdauer:

3 Jahre

 

Vergütung monatlich:

610 € im 1. Lehrjahr
720 € im 2. Lehrjahr
815 € im 3. Lehrjahr

 

Abgeschlosssene Ausbildungsverträge
in 2021:

24/ 70 insgesamt

 

Berufsschulstandort:

Soest und Lippstadt

Weitere Zahlen:

Aktuell hat die Friseur-Innung Soest-Lippstadt 118 Mitgliedsbetriebe in ihren Reihen.

 

Der Beruf in aller Kürze „Friseur“

Friseure und Friseurinnen beraten ihre Kunden bei der Wahl einer passenden Frisur. Dann waschen, schneiden, pflegen und frisieren sie die Haare. Je nach Wunsch färben sie die Haare auch oder legen Dauerwellen. Sie ergänzen Frisuren mit künstlichen Haarteilen, die sie zum Teil selbst herstellen, verlängern Haare mit künstlichen Strähnen (Extensions) oder beraten ihre Kunden bei der Auswahl, Verwendung und Pflege von Perücken und Toupets.

Zum Herrenfach gehört es zudem, Bärte zu rasieren, zu pflegen und zu formen. Friseure und Friseurinnen führen auch kosmetische Behandlungen der Haut sowie Hand- und Nagelpflege durch und beraten Kunden über Kosmetikprodukte. Darüber hinaus bedienen sie die Kasse, führen Abrechnungen durch und vereinbaren Kundentermine.

 

Friseur-Innung Soest-Lippstadt
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