Traumberufe in Hamm

KFZ-MECHATRONIKER

(m/w/d)

KFZ-MECHATRONIKER

präsentiert von

Sparkasse Hamm
Wirstschaftsförderung Hamm
Wir sind Klimaschützer von Beruf
Markwort Bölter und Dankowski

Groß denken: Pascal Bölter (links) und Thomas Dankowski umgeben sich gern mit großen Maschinen und sind stolz auf ihr Unternehmen. Foto: Peter Körtling

Die ganze Vielfalt großer Technik

Jede Menge Herausforderungen bei Markwort Bus-, Truck- und Trailer-Service

Von Peter Körtling

Eine unglaubliche Vielfalt und ein rasanter technischer Fortschritt kennzeichnen die Welt der Nutzfahrzeuge. Die Firma Markwort Bus-, Truck- und Trailer-Service an der Hafenstraße 109 in Hamm ist ein absoluter Experte für diesen Bereich: Seit über 60 Jahren hat der Traditionsbetrieb ein kontinuierliches, gesundes Wachstum gezeigt und beschäftigt heute mehr als 90 Mitarbeiter in Hamm sowie in den Niederlassungen in Soest und Mühlhausen/Thüringen. Als kompetenter Ansprechpartner für die Profis der Straße ist Markwort Partner für MAN-Nutzfahrzeuge, Volvo-Trucks, Renault-Trucks und Solaris Omnibusse.

„Wir betreuen alles“, sagt Pascal Bölter, Assistent der Geschäftsleitung bei Markwort in Hamm, und zählt auf: „Vom 3,5 Tonnen schweren Handwerker-Bulli oder dem Paketdienst-Fahrzeug über Lkw und Spezialfahrzeuge wie Müllsammelfahrzeuge, Betonmischer und Kühltransportfahrzeuge bis hin zu Bussen, Kran-, Feuerwehr- oder Bundeswehrfahrzeuge und zum 80-Tonner im Schwerlastverkehr.“

Da spielt der Nachwuchs eine wichtige Rolle: „Alleine in Hamm haben wir 22 Nutzfahrzeug-Mechatroniker, wobei sich die zwei Meister um gleich sieben Auszubildende kümmern“, berichtet Bölter. Gute Aus- und Weiterbildung sei für ihn sehr wichtig, da dieser Bereich immens breit aufgestellt sei.

Einer der in Hamm ansässigen Meister ist Thomas Dankowski, er erklärt, welche Veränderungen zu dem modernen Beruf gehören: „Natürlich sind schon die normalen Verbrenner-Motoren immer effizienter geworden“, so Dankowski. Das liege nicht nur an enorm gestiegenen Umwelt-Auflagen, sondern auch am Streben nach Effizienz, was für die Spediteure wichtig sei. „Bei den heutigen Spritpreisen macht das einiges aus“, weiß der Meister. Dadurch sind auch Gas-Antriebe, und das Thema E-Mobilität für die Nutzfahrzeug-Mechatroniker inzwischen gelebter Alltag. „Ein Kunde in Soest erhält in diesem Jahr allein 20 Fahrzeuge mit LNG-Gas-Antrieb.“

Perfektion und Effizienz

Dazu kommen Einbau und Wartung zahlreicher Fahrassistenz-Systeme: „Abbiege-Sensoren mit Kamera retten Leben, und GPS-gesteuerte Tempomaten helfen der Umwelt, indem sie Treibstoff einsparen“, sagt Thomas Dankowski. Doch nicht nur die Technik und Elektronik von Fahrzeugen müssen diese Handwerker beherrschen, in das Arbeitsfeld fallen auch die Aufbauten wie Kräne, Kühleinrichtungen und vieles mehr. „Bei uns sind Perfektion und Effizienz gleichermaßen wichtig.“ Das verlange schon bei der Diagnose viel Expertise.

Ist der Fehler dann erkannt, wird überprüft, ob eine Reparatur oder ein Austausch des schadhaften Teils besser ist. „Wir müssen auch noch richtig reparieren können“, sagt der Meister nicht ohne Stolz. Während beim Pkw schnell Teile getauscht werden, ist bei der Vielzahl an Lkw-Aufbauten auch das handwerkliche Können und Verständnis des Nutzfahrzeug-Mechatronikers in ganz anderem Maße gefragt. „Zum einen liegen die Kosten für einzelne Nutzfahrzeug-Bauteile wesentlich höher, zum anderen sind viele Spezialteile nicht einfach auf Abruf verfügbar“, so Dankowski. Das sorgt stets für Abwechslung.

Markwort Bikiropoulus

Von Kindesbeinen an ist Azubi Dimitrios Bikiaropoulos von Lkw fasziniert – mit entsprechend großer Begeisterung absolviert er seine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker bei Markwort. Foto: Peter Körtling

Nutzfahrzeuge Markwort Hamm

Alle Nutzfahrzeuge sind bei Markwort in Hamm gut aufgehoben. Foto: Peter Körtling

Breit aufgestelltes Handwerk

Doch gerade das macht den Reiz für technikinteressierte junge Menschen aus: „Interesse an Lkw habe ich immer gehabt, und wir sind hier wesentlich breiter aufgestellt als der Pkw-Bereich“, sagt der Auszubildende Max Stephan. Er freut sich schon darauf, sich nach seiner Gesellenprüfung weiterzubilden und zu spezialisieren. Der Auszubildende Dimitrios Bikiaropoulos lernt ebenfalls mit Leidenschaft: „Mein Onkel hat eine Werkstatt für Nutzfahrzeuge, die großen LKW haben mich immer fasziniert.“ Er sehe auch viel Sinn in seinem Beruf, denn die Lkw seien für die Gesellschaft einfach wichtiger als Pkw.

Ob Lkw, Anhänger, Auflieger oder Omnibus: Bei Markwort wird dafür gesorgt, dass Fahrzeuge schnell wieder rollen und Waren fristgerecht ausgeliefert oder Menschen von A nach B gebracht werden können. Alle Mitarbeiter profitieren von einem optimalen Ausbildungsprogramm, von weitreichenden Fortbildungsmöglichkeiten und einem breiten Anwendungsspektrum. „Wir haben immer neue Herausforderungen, sodass dieser Beruf schon etwas ganz besonderes ist“, sagt Pascal Bölter. So gebe es, ähnlich wie im Pkw-Bereich, auch Leihfahrzeuge für viele Branchen, damit die Unternehmen ihre Arbeit fortsetzen können. Und es gibt besondere Momente, etwa wenn eine vierachsige Zugmaschine mit einem siebenachsigen Schwerlast-Auflieger eintrifft, erzählt Pascal Bölter stolz: „Da merken auch wir, dass wir die Profis für richtig große Fahrzeuge sind.“

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3 gute Gründe

Julius Franken

…  Julius Franken, Obermeister der Kfz-Innung Hamm-Unna

Welchen Beitrag leisten Kfz-Mechatroniker, um das Klima zu schützen?

Franken: Die Elektromobilität ist der große Hebel zur Vermeidung von CO2-Emissionen auf der Welt – mehr als 15 Prozent des Treibhausgases geht auf den Individualverkehr zurück. Die technologische Unterstützung durch die Instandhaltung und den Betrieb der Elektrofahrzeuge ist eine notwendige Voraussetzung zur Erreichung der CO2-Ziele unseres Landes. Kfz-Mechatroniker erlernen die Fähigkeiten, direkt den Wandel in der Elektromobilität mitzugestalten in einem innovativen und technisierten Arbeitsumfeld. Sie werden Multiplikator der technologischen Entwicklung in der Gesellschaft.

Welchen Stellenwert hat der Themenkomplex Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Regionalität in der Berufsausbildung eines Kfz-Mechatronikers?

Franken: Der Wandel hin zu Elektromobilität bietet einen langfristigen und qualifizierten Beruf direkt vor Ort. Und die Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker bildet die Basis dafür. Genauso wie weitere Aufstiegschancen und Qualifizierungswege. Nachdem sie die Gesellenprüfung abgelegt haben, folgt der Qualifizierungsweg zum Servicetechniker, Hochvolttechniker, Hochvolt-Experten. Sollten sie später nicht die Expertenlaufbahn einschlagen wollen, sondern den Kundenkontakt lieben, haben Sie auch dazu die Gelegenheit, als Serviceberater oder Teamleiter. Mit dem Meister erlangen sie die Eintrittskarte, um einen eigenen Betrieb zu führen. Der Kfz-Meister ist einem Studiengang und Bachelor-Abschluss gleichgestellt. Weiter führt die Karriere zum Betriebswirt des Handwerks.

Wie hat sich das Berufsbild eines Kfz-Mechatronikers in den vergangenen Jahren verändert?

Franken: Schon früh hat sich der Kfz-Mechatroniker vom „Teiletauscher“ zum Diagnosetechniker entwickelt. Die Diagnose von elektronischen Fehlern nimmt inzwischen sicherlich über die Hälfte des Arbeitstages ein. Hier werden logisches Denken, Computerkenntnisse, aber auch handwerkliche Fähigkeiten vermittelt. In den vergangenen Jahren sind das assistierte Fahren, Digitalisierung und Cloud Dienste des Fahrzeugs hinzu gekommen. Der Kfz-Mechatroniker hilft dem Kunden, diese Programme zu bedienen und erklärt den Nutzen, kümmert sich um die Funktion und Instandhaltung.

Die Fakten zur Ausbildung

Ausbildungsdauer:

3,5 Jahre

 

Vergütung monatlich:

760 € im 1. Lehrjahr
800 € im 2. Lehrjahr
895 € im 3. Lehrjahr
985 € im 4. Lehrjahr

 

Abgeschlosssene Ausbildungsverträge
in 2021:

117 (1. Lehrjahr) / 373 insgesamt

 

Berufsschulstandort:

Hamm, Unna, Werne

 

Weitere Zahlen:

Aktuell hat die  Kraftfahrzeug-Innung Hamm-Unna  146 Betriebe in ihren Reihen.

 

Der Beruf in aller Kürze

 

Der/die Kfz-Mechatroniker/-in …
…ist ein echter Experte in Sachen Fahrzeugtechnik – und zwar Hightech! Er versteht es, dass nach Reparatur oder Wartung Mechanik und Elektronik/Elektrik wieder perfekt zusammenspielen.
Das elektronische „Fine-Tuning“ muss stimmen und dazu muss der Kfz-Mechatroniker in der Lage sein, Steuergeräte auszulesen. Neben Diagnosearbeiten führen Kfz-Mechatroniker auch Reparatur-, Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten durch. Kommunikation mit den Kunden und Kollegen spielt bei diesem Berufsbild eine wichtige Rolle.

Ausbildungsinhalte

  • Reparatur von komplex verknüpften Brems-, Lenk-, Getriebe- und Fahrwerksysteme
  • Steuergeräte auslesen
  • Fahrzeugdiagnose
  • Wartungs-, Reparatur und Instandhaltungsarbeiten

Das braucht man

Hauptschüler, Realschüler oder Abiturienten treffen mit diesem AutoBeruf und seinen fünf interessanten Schwerpunkten eine sehr gute Wahl. Gut ist auch, wenn der Bewerber in den sogenannten MINT-Fächern (z.B. Technik, Mathe, Physik und IT) fit ist.

Spezialisierung

Nach dem ersten Ausbildungsjahr erfolgt eine Spezialisierung in einem von fünf Schwerpunkten, der vor Ausbildungsbeginn festgelegt werden muss. Zur Wahl stehen:

  • Personenkraftwagentechnik
  • Nutzfahrzeugtechnik
  • Motorradtechnik
  • System- und Hochvolttechnik
  • Karosserietechnik

Weitere Infos zur Ausbildung: www.wasmitautos.com 

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