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LAND- UND BAUMASCHINENMECHATRONIKER

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Land- und BaumaschinenMECHATRONIKER

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Experte in Sachen Pflanzenschutztechnik

Familienbetrieb Agripp bildet ersten Mechaniker für Land- und Baumaschinentechnik aus

Von Gabi Bender

Wenn im Frühjahr die Temperaturen allmählich steigen, sieht man immer mehr Landwirte, die mit riesigen, ausgeklappten Spritzenarmen über ihre Felder fahren. Was man aus der Entfernung nicht sieht, sind die unzähligen kleinen Düsen, aus denen Pflanzschutzmittel optimal dosiert und im richtigen Abstand auf die Äcker gesprüht wird.

Bevor die Landwirte allerdings mit diesen Gerätschaften aufs Feld fahren, steht bei vielen eine Überprüfung an. „Wir haben modernste Prüfgeräte, mit denen wir in unserer Werkstatt Gerätekontrollen nach den aktuellen Richtlinien der Landwirtschaftskammer durchführen“, erklärt Christian Pieper, Geschäftsführer der Agripp GmbH & Co. KG. „Offiziell müssen die Geräte alle sechs Kalenderhalbjahre überprüft werden und bei Nichteinhalten der Fristen drohen den Landwirten empfindliche Strafen.“ Das ist allerdings nicht der einzige Grund, warum viele Landwirte zu dem Welveraner Fachbetrieb kommen und das oft schon deutlich früher.

Geschäftsführer Christian Pieper überprüft die Elektronik an einem Tank für Pflanzenschutzmittel

Geschäftsführer Christian Pieper überprüft die Elektronik an einem Tank für Pflanzenschutzmittel. Foto: Gabi Bender

 

Gründe dafür gibt es mehrere „Wenn die Geräte nicht richtig funktionieren, kann das dazu führen, dass an der einen Stelle zu viel Mittel ausgebracht wird, an anderer Stelle zu wenig.“ Und das ist nicht nur für den Anbau und die spätere Ernte schlecht, sondern kann auch schädlich für die Umwelt sein. Ein weiterer Grund, warum sich frühzeitige Kontrollen lohnen, ist der Kostenfaktor. Denn Pflanzenschutzmittel kostet Geld und bei einer Fläche von mehreren Hektar kommt schon einiges zusammen, wenn durch die Düsen zu viel Mittel aufs Feld gelangt.

„Neben einer elektronischen Überprüfung und der lückenlosen Fehlersuche bietet das Team von Agripp eine fachmännische Reparatur sowie das Auf- und Umrüsten von Maschinen zur Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln an“, so Christian Pieper. „Regelmäßig nehmen wir ältere Maschinen auseinander, ersetzen einzelne Bauteile, rüsten Reinigungssysteme nach oder rüsten sie auf GPS-Technik um. So lassen sich Rohstoffe und Energie sparen.

Die Kompetenz in Sachen Pflanzenschutztechnik hat bei dem Welveraner Familienunternehmen Agripp Tradition.

Die Kompetenz in Sachen Pflanzenschutztechnik hat bei dem Welveraner Familienunternehmen Agripp Tradition. Foto: Gabi Bender

Die Kompetenz in Sachen Pflanzenschutztechnik hat bei dem Welveraner Familienunternehmen Tradition. Angefangen als reiner Handelsbetrieb – damals noch unter dem Namen Pieper Pflanzenschutztechnik – hat sich der Betrieb zum kompletten Landmaschinen-Fachbetrieb mit Werkstatt, Service und Ersatzteilversorgung entwickelt.

Mittlerweile bildet das Unternehmen auch eigenen Nachwuchs aus. „Zusätzlich zu unserem Team von sieben Mitarbeitern haben wir einen Azubi, der aus einem der Nachbardörfer kommt und den wir zum Mechatroniker für Land- und Baumaschinentechnik ausbilden.“ Wie fast alle Unternehmen der Land- und Baumaschinenbranche hat sich auch die Agripp GmbH & Co. KG spezialisiert. Daher lernt der Auszubildende einen Teil bei seinem Ausbildungsbetrieb in Welver, ein weiterer Teil wird über die Berufsschule und das BBZ vermittelt. „Da uns wichtig ist, dass er umfassend ausgebildet wird, arbeiten wir eng mit befreundeten Partnern zusammen, zu denen wir ihn während der Ausbildung hinschicken, damit er dort in die anderen Bereiche – wie beispielsweise Kleingeräte wie Rasenmäher – hineinschnuppern kann.“

Die wichtigsten vier Themen lernt der 16-Jährige allerdings bei seinen Ausbildern in Welver“, verrät der Geschäftsführer. „Das sind Elektronik, Hydraulik, Pneumatik und Mechanik, denn das kommt überall vor und damit sollte sich jeder Mechaniker für Land- und Baumaschinentechnik auskennen.“

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3 Fragen an …

Obermeister Dietmar Kaup

…  Dietmar Kaup, Obermeister der Innung für Land- und Baumaschinentechnik Soest-Lippstadt

Welchen Beitrag leisten Mechatroniker für Land- und Baumaschinentechnik, um das Klima zu schützen?

Mechatroniker für Land- und Baumaschinentechnik kennen sich bestens mit der Mechanik, Elektronik, Pneumatik und Hydraulik von alten und neuen Traktoren, Radladern, Rasenmähern und vielen weiteren Land- und Baumaschinen aus. Sie reparieren und warten diese Maschinen und sorgen damit dafür, dass diese optimal und so umweltschonend wie möglich laufen.  

Welchen Stellenwert hat der Themenkomplex Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Regionalität in der Berufsausbildung von Mechatronikern für Land- und Baumaschinentechnik?

Schon während der Ausbildung lernen die angehenden Mechatroniker für Land- und Baumaschinentechnik, wie wichtig die Elektronik mittlerweile geworden ist. Die neuesten Motoren sind in der Regel wesentlich CO2-freundlicher als ihre Vorgänger und die Maschinen werden häufig elektronisch gesteuert. Die Elektronik ist auch deshalb so wichtig geworden, weil von Heckenscheren über Motorsägen bis hin zu Aufsitzmähern und kleinen Radladern viele mittlerweile mit Akkubetrieb angeboten werden. Die Regionalität ist ein wichtiges Thema, da bei den meisten Betrieben ein Großteil der Kunden aus der Umgebung kommt. 

Wie hat sich das Berufsbild von Mechatronikern für Land- und Baumaschinentechnik in den vergangenen Jahren verändert?

Die Elektronik nimmt mittlerweile einen deutlich größeren Anteil ein als noch vor einigen Jahren. Elektronik-Lehrgänge sind Standard, denn Mechatroniker für Land- und Baumaschinentechnik müssen längst nicht mehr nur schweißen und flexen können, sondern auch sehr gut mit dem Laptop umgehen können.

Die Fakten zur Ausbildung

Ausbildungsdauer:

3,5 Jahre

 

Vergütung monatlich:

635 € im 1. Lehrjahr
650 € im 2. Lehrjahr
710 € im 3. Lehrjahr
745 € im 4. Lehrjahr

 

Abgeschlosssene Ausbildungsverträge
in 2021:

37 (1. Lehrjahr) / 101 insgesamt

 

Berufsschulstandort:

Lippstadt

 

Weitere Zahlen:

Aktuell hat die „Innung für Land- und Baumaschinentechnik Soest-Lippstadt“ 26 Mitgliedsbetriebe in ihren Reihen.

 

Der Beruf in aller Kürze „Land- und Baumaschinenmechatroniker“

Land- und Baumaschinenmechatroniker/innen halten Fahrzeuge, Maschinen und Anlagen instand, die in der Land- und Forstwirtschaft und auf Baustellen zum Einsatz kommen. Sie erstellen Fehler- und Störungsdiagnosen in mechanischen, hydraulischen, elektrischen und elektronischen Systemen, ermitteln Störungsursachen und beheben Mängel, indem sie die entsprechenden Teile reparieren oder austauschen. Sie demontieren bzw. montieren Bauteile und Baugruppen, bearbeiten Werkstücke manuell und maschinell und führen auch Schweißarbeiten aus. Darüber hinaus führen sie Abgasuntersuchungen durch und stellen fahrzeugelektrische Stroman-schlüsse her. Sie installieren Anlagen (z.B. Melkanlagen), nehmen sie in Betrieb, testen sie und weisen die Betreiber ein. Außerdem rüsten sie land- und bauwirtschaftliche Fahrzeuge oder Maschinen mit Zubehör und Zusatzeinrichtungen aus.

Innung für Land- und Baumaschinentechnik Soest-Lippstadt
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