Traumberufe in Lippstadt

Metallbauer –
Ein Beruf für
Allround-Talente

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Metallbauer –
Ein Beruf für
Allround-Talente

Handwerksmeister Hartwig Schuster wurde trotz Hammer ohne Stiel zum erfolgreichen Unternehmer

Eigentlich ist der Firmengründer bereits im Ruhestand. Nun geht er seinem Hobby nach – und das ist sein Beruf. Fotos: Cordes
Von Karin Cordes

Sein Herz schlägt für den Stahl

„Der Chef geht jetzt seinem Hobby nach“, lacht Hartwig Schuster, Gründer des Geseker Unternehmens Metallbau Hartwig Schuster GmbH. Eigentlich ist der Metallbaumeister ja seit zwei Jahren im Ruhestand. Was ihn jedoch nicht davon abhält weiterhin tagtäglich in seinem Büro Baupläne zu studieren und kniffelige Lösungen zu suchen – und zu finden. Denn das Herz des Metallbauers schlägt seit vielen Jahren für den Stahl. „Da gehe ich drin auf“, versichert er – und man glaubt es ihm sofort. Dabei fand Hartwig Schuster zu seinem Traumberuf nur über Umwege, wie er uns im Gespräch verriet.

Wenn man sich als junger Mensch wirklich für etwas interessiert, dann fällt das Lernen leicht. Denn man lernt ja für sich selber und für seine Zukunft.

Hartwig Schuster

Metallbau Hartwig Schuster GmbH

Herr Schuster, wie kamen Sie zu dem Entschluss Metallbauer zu werden?

Ich verrate Ihnen etwas. Eigentlich wollte ich Metzger werden. Ich habe sogar ein Praktikum in diesem Beruf gemacht. Zum Glück. Denn da stellte ich schnell fest, dass dieser Beruf doch nicht so ganz das Richtige für mich ist. Und während ich noch überlegte, was ich denn lernen sollte, kam plötzlich mein Vater und sagte: „Ich habe eine Lehrstelle für Dich gefunden. Du wirst Schlosser“. Ja, so fing alles an. Ich habe dann meine dreieinhalbjährige Ausbildung in einem Betrieb in Salzkotten absolviert und schnell gemerkt, dass meine Interessen eindeutig im Bereich Metallbau liegen. Kurz gesagt, als Schlosser macht man aus was Rundem was Eckiges und umgekehrt. Es ist ein äußerst kreatives Handwerk.

Vom Gesellen zum Meister 

Und dann wurden Sie zum Meister in diesem kreativen Handwerk?

Richtig. Denn wenn man als Geselle arbeitet, kommt irgendwann der Tag, an dem man merkt, dass das, was der Meister macht, man auch selber machen kann. So war es auch bei mir. Da war mein Ehrgeiz geweckt. So habe ich dann 1986 die Meisterprüfung abgelegt. Wenn man sich als junger Mensch wirklich für etwas interessiert, dann fällt das Lernen leicht. Denn man lernt ja für sich selber und für seine Zukunft. 25 Jahre habe ich als Geselle und auch als Meister in der Zementindustrie gearbeitet. Dabei war der Gedanke mich selbstständig zu machen immer mehr in meinen Kopf. Aber der Schritt in die Selbstständigkeit ist bei allen beruflichen Erfahrungen und allem Fachwissen auch ein Risiko. Mit 46 Jahren habe ich ein Gespräch mit meiner Frau geführt, ob sie mit mir gemeinsam dieses Risiko tragen will. Sie wollte. Also habe ich 1998 mein Unternehmen gegründet. All die Jahre hat es mir einfach Spaß gemacht Leute zu beraten und mein Fachwissen einzubringen. Es macht mir immer noch Freude. Und in den über 20 Jahren der Selbstständigkeit hat sich eine Menge getan.

Alle Informationen zum Ausbildungsberuf Metallbauer (m/w/d) findest Du in der Sonderveröffentlichung Deiner Tageszeitung, als Podcast und in der Radio-Sondersendung. Alle Erscheinungstermine im Überblick
Zu seinem Traumjob im Metallbau kam Schlossermeister Hartwig Schuster nur über Umwege. Doch nach wie vor schlägt sein Herz für den Stahl. Fotos: Cordes

Was genau hat sich in dieser Zeit getan?

Nun, wir fingen damals als „Zwei-Mann-Betrieb“ an. Oder wie es mein erster Mitarbeiter, der heute noch im Betrieb tätig ist, mal ausdrückte: „Der Schuster hatte eine Werkzeugkiste und da war der Hammerstiel noch abgebrochen“. Heutzutage gibt es statt einem Hammer ohne Stiel viele Maschinen. Und außerdem haben wir mittlerweile 45 Mitarbeiter. Rund 30 junge Menschen wurden bei uns ausgebildet. 2011 stieg mein Sohn Philipp in das Familienunternehmen ein. Es geht also weiter in der zweiten Generation.

Ideen in Stahl

Hat sich das Berufsbild des Schlossers denn im Laufe der Jahre verändert?

Verändert hat sich einiges. Die Technik nimmt uns heutzutage so einiges ab. Was für die Produktion natürlich gut ist. Allerdings finde ich, dass trotz aller Maschinen die Kreativität in unserem Beruf nicht auf der Strecke bleiben darf. Denn die steht am Anfang eines Prozesses. Ich selber habe so viele Dinge erst einmal in meinem Kopf entwickelt, sie kurz auf Papier skizziert und dann werden diese Ideen in Stahl umgesetzt und gebaut. Aus Stahl kann man so vieles machen. Moderne Geländer, Brücken oder auch die Decke im Hagener Hauptbahnhof. Auf die bin ich besonders stolz. Sie wurde von uns als Rundbaudecke in ihren ursprünglichen Zustand aus dem Jahre 1909 zurückgebaut.

Was sollte ein junger Mensch Ihrer Meinung nach für den Beruf des Metallbauers mitbringen?

Wer sich für dieses Handwerk interessiert, der muss natürlich gut rechnen können. Aber das alleine reicht nicht.  Meiner Meinung nach zählt vor allen Dingen kreatives Denken. Ideen, die man sich ausdenkt, muss man dann auch handwerklich umsetzen können. Und mit dem Material Stahl muss man sich richtig befassen. Mein Herz jedenfalls schlägt für den Stahl.

Drei gute Gründe …

Innungsobermeister Willi Seiger
…für eine Ausbildung zum/zur Metallbauer nennt Willi Seiger, Obermeister der Innung für Metall- und Kunststofftechnik Soest-Lippstadt:

1. Metallbauer haben eine solide Grundlage, gute Zukunftsaussichten mit Jobgarantie und gute Aufstiegsmöglichkeiten.

2. Metallbauer gehen einer sehr kreativen Tätigkeit nach und das meist in familiengeführten Unternehmen im Ein-Schicht-Betrieb.

3. Der Verdienst von Metallbauern liegt im oberen Level.

Die Fakten zur Ausbildung

Ausbbildungsdauer:
3,5 Jahre

Vergütung monatlich:

680 € im 1. Lehrjahr
725 € im 2. Lehrjahr
795 € im 3. Lehrjahr
860 € im 4. Lehrjahr

Abgeschlosssene Ausbildungsverträge
in 2018

45

Berufsschulstandort:

Lippstadt und Soest

Weitere Zahlen:
Aktuell hat die „Innung für Metall- und Kunststofftechnik Soest-Lippstadt“ 94 Mitgliedsbetriebe in ihren Reihen. Die Betriebe bilden aktuell 97 junge Menschen aus.

Drei Fachrichtungen:
– Konstruktionstechnik
– Metallgestaltung
– Nutzfahrzeugbau

Der Beruf des Metallbauers in aller Kürze

 

Fachrichtung Konstrutkionstechnik

Metallbauer/innen fertigen Metallkonstruktionen
vom Kellerfenster bis zur Kirchturmspitze. In der Fachrichtung Konstruktionstechnik stellen sie
zum Beispiel Überdachungen, Fensterrahmen und
Schutzgitter her.Sie schneiden und formen Metallplatten, einzelne Bauteile werden dann durch Schweißen, Nieten oder Schrauben zusammengesetzt. Sie montieren hydraulische, pneumatische und elektrotechnische Bauteile und versorgen diese mit Energie.

Fachrichtung Metallgestaltung

In der Fachrichtung Metallgestaltung stellen sie
Schmiedearbeiten her, die oft nach Kundenwünschen
speziell angefertigt werden. Dies sind zum Beispiel
Geländer oder Metalleinfassungen. Sie gestalten
Metalloberflächen durch Schmieden, Bürsten,
Schleifen, Auftragschweißen und Metallschmelzen
sowie chemischer Behandlung. Außerdem reparieren
oder restaurieren sie Erzeugnisse.

Fachrichtung Nutzfahrzeugbau

In der Fachrichtung Nutzfahrzeugbau führen sie
Auf- und Umbauten an Spezialfahrzeugen durch. Sie
fertigen Karosserien, Fahrzeugaufbauten und
Fahrwerke für gewerblich genutzte Fahrzeuge an.
Auch sind sie für das Einbauen, Einstellen und
Anschließen von mechanischen, hydraulischen,
pneumatischen sowie elektrischen und elektronischen
Systemen und Anlagen zuständig.

Weitere Infos

Metallbau-Innung Soest-Lippstadt

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