Traumberufe im Märkischen Kreis

Raumaustatter, Sattler
und Schneider

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Kreative Allrounder: Raumausstatter kümmern sich um Polster, Gardinen, Sonnenschutz und Bodenbeläge

Mit einer Enthefterzange mit Hebelbein entfernt Raumausstattermeister Michael Richter die Klammern an einem Sessel, der aufgearbeitet werden soll. Foto: Bender
Von Gabi Bender

Mit dem Bespannen von Flugzeugtragflächen und Flugzeugsitzen hat Werner Richter während des Krieges sein Geld verdient. „Er war ein klassischer SPDler“, sagt sein Enkel Michael Richter mit einem Lächeln, „so wurden seinerzeit die Sattler, Polsterer und Dekorateure genannt.“ Die Kreativität und das handwerkliche Geschick hat er wohl vererbt, denn schließlich entschieden sich sowohl sein Sohn Walter Richter als auch sein Enkel dafür, den Meister im Raumausstatter-Handwerk zu machen.

2001 beendete Michael Richter die Meisterschule als jüngster Raumausstattermeister und übernahm nach rund 15 Jahren Selbstständigkeit im März 2016 das Unternehmen Pohle Raumgestaltung in Soest von Anneli und Jochen Pohle. „Mich hat schon immer die Vielseitigkeit des Berufs fasziniert“, erklärt der Inhaber. Dieser hat gleich fünf Schwerpunkte: Bodenbeläge, Polstermöbel, Raumdekoration, Licht-, Sicht- und Sonnenschutz sowie Fensterdekorationen.

Während es viele Handwerksbetriebe gibt, die sich auf einzelne Bereiche spezialisiert haben, hat sich Pohle Raumausstattung als Allrounder etabliert. „Bei uns kommt auch die technische Komponente nicht zu kurz, wenn wir beispielsweise Sonnensegel installieren, die mit Sensoren ausgestattet sind und somit abhängig von der Sonneneinstrahlung und vom Windaufkommen automatisch rein- oder rausfahren.“ Auch viele Rollos sind mittlerweile an die Haussteuerung angeschlossen und können so bequem vom Smartphone aus gesteuert werden.

Beliebt ist der Beruf vor allem beim weiblichen Geschlecht. „Auch wenn wir uns sehr freuen, dass wir so eine engagierte Auszubildende haben, suchen wir händeringend nach männlicher Verstärkung“, erklärt Michael Richter. Denn insbesondere in der Polsterei müsse man(n) auch mal richtig anpacken können. „Wer bei uns eine Ausbildung macht, in der Polsterei gut zurechtkommt und Bock auf die Sache hat, der kann bei uns in Rente gehen“, sagt der Inhaber und ergänzt: „Wir haben derzeit einen guten Arbeitsvorlauf und der wird in den nächsten Jahren eher mehr werden, denn die Nachfrage in Bezug auf die Aufarbeitung von Polstermöbeln ist groß.“

Dass dieser Bereich auch zu den Arbeitsbereichen eines Raumausstatters gehört, wissen viele Jugendliche gar nicht. „Einige verwechseln den Beruf des Raumausstatters mit dem des Inneneinrichters und denken, wir schieben Vasen von rechts nach links“, formuliert es Michael Richter etwas überspitzt. Auch die klassische Gardine, schön aufgesteckt mit Falten, wie sie vor vielen Jahren noch in fast jedem Wohnzimmer zu finden war, ist kaum noch gefragt.

„Wir sind modern, arbeiten mit Edelstahl, Chrom, mit hochwertigen Materialien und ganz neuen Stoffen. Von Flächenbahnen über Wellenvorhängen sind mittlerweile alle möglichen Dekorationsformen möglich. Manchmal ist auch etwas ganz Wildes gewünscht und manchmal ist auch weniger mehr, so dass wir nur einseitig mit einem Schal, einem Rollo oder mit einem Plissee arbeiten. Es gibt Tausende von Möglichkeiten.“

Eine gute Portion Kreativität sollten Interessenten daher in jedem Fall mitbringen. Einen vorgegebenen Schulabschluss gebe es nicht, wobei ein gutes Zeugnis immer von Vorteil sei, aber nicht zwingend. Fähigkeiten wie eine gewisse Fingerfertigkeit für handwerkliche Fähigkeiten, räumliches Vorstellungsvermögen, ein Gespür für Formen und Farben und zeichnerische Fähigkeiten seien für angehende Raumausstatter wichtiger.

Inhaber Michael Richter freut sich über die Begeisterung, mit der die Auszubildende Lea Schary, die gerade eine Gardine zurechtschneidet, ans Werk geht. Foto: Bender

Nach der Gesellenzeit können Raumausstatter ihren Meister machen, der seit dem 1. Januar wieder Pflicht ist für die Selbstständigkeit. Nach der Ausbildung können sie aber auch den Techniker machen, sich zum Staatlich geprüften Restaurator ausbilden lassen oder an eine Hochschule wechseln und dort beispielsweise Innenarchitektur oder Betriebswirtschaftslehre studiere.

Für den Einstieg bietet sich ein Praktikum an, um erst mal in den Beruf hineinzuschnuppern. „So hat es auch unsere derzeitige Auszubildende Lea Schary gemacht, die seit August zu unserem Team gehört“, erinnert sich Michael Richter. „Sie kam einfach rein, wir haben uns ganz ungezwungen unterhalten, es passte, dann hat sie sich als Praktikantin bewährt und jetzt lernt sie bei uns den Beruf des Raumausstatters.“

Alle Informationen zum Ausbildungsberuf Raumausstatter (m/w/d) findest du in der Sonderveröffentlichung deiner Tageszeitung, als Podcast und in der Radio-Sondersendung. Alle Erscheinungstermine im Überblick

“Wir haben derzeit einen guten Arbeitsvorlauf und der wird in den nächsten Jahren eher mehr werden, denn die Nachfrage in Bezug auf die Aufarbeitung von Polstermöbeln ist groß.”

Michael Richter

Pohle Raumgestaltung

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Drei gute Gründe…

Clemens Köhler ist Obermeister der Raumausstatter-, Sattler- und Schneider-Innung Hellweg-Lippe.

… für eine Ausbildung zum/zur Raumausstatter/in nennt Clemens Köhler, Obermeister der Raumausstatter-, Sattler- und Schneider-Innung Hellweg-Lippe:

1. Raumausstatter sind die textilen Einrichter unter den Handwerkern. Sie schaffen Wohnträume in Privaträumen und eine positive Arbeitsatmosphäre in Unternehmen. Und damit begeistern sie ihre Kunden, denn die individuellen Lösungen eines Raumausstatters sorgen immer wieder für Aha-Erlebnisse.

2. Bei ihrer Arbeit berücksichtigen sie auch technische Aspekte, wenn zum Beispiel der Einsatz von textilen Materialien an Boden, Wand und Decke für eine bessere Raumakustik sorgt oder eine Sonnenschutzlösung einen optimalen Bildschirmarbeitsplatz schafft.

3. Ein neues Haus oder einzelne Zimmer mit Teppichböden, Vorhängen, Sonnenschutz-Rollos und neu aufgepolsterten Möbeln auszustatten, macht unheimlich Spaß und unseren Beruf so vielseitig. Die Möglichkeiten, die wir durch verschiedenen Materialeinsatz und eigene Ideen dem Kunden anbieten können, machen unseren Beruf einfach spannend.

 

 

Die Fakten zur Ausbildung

Ausbildungsdauer:
3 Jahre

Vergütung monatlich:

530 € im 1. Lehrjahr
610  € im 2. Lehrjahr
710 € im 3. Lehrjahr

Schwerpunkte des Berufs:
1. Boden
2. Polstern
3. Raumdekoration, Licht-, Sicht- und Sonnenschutzanlagen
4. Wand- und Deckendekoration

Der Beruf in aller Kürze

Raumausstatter/innen gestalten Wohn- und Geschäftsräume nach den Wünschen des Kunden. Sie beraten diesen und machen Vorschläge für die zu verwendenden Materialien. Sie verlegen Bodenbeläge, dekorieren Wände und Decken mit Stoffen und Tapeten, montieren Sicht- und Sonnenschutzanlagen und beziehen Polstermöbel neu.

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