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Steinmetz 

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Steinmetz

Im Beruf des Steinmetz verbinden sich Technik und Kunst zu einem einzigartigen Handwerk, das zu den ältesten Gewerken gehört. Wer in diesem Bereich Karriere machen möchte, sollte handwerklich begabt sein und gerne mit dem Naturmaterial Stein arbeiten. Marmor, Granit, Sandstein oder Schiefer – Arbeitsmaterialien gibt es so einige.

Durch Spalten, behauen, schleifen und polieren – teils durch Maschinen, teils per Hand – entstehen aus Steinen etwa Fassaden, Wände, Böden, Treppen und ganze Bäder. Und nicht zuletzt die Herstellung von Grabmälern ist ein breites Betätigungsfeld. Hinzu kommt der Erhalt von Kulturdenkmälern, etwa durch Restaurierung oder Rekonstruktion.

Ob in Steinmetz- und Grabsteinwerkstätten, in Restaurierungsbetrieben für historische Gebäude oder Kirchenbauämtern – Steinmetze finden hier Beschäftigung.

Steinmetz-Geselle Hans Poete bearbeitet in der Außenwerkstatt einen Stein.
 

„Wir erhalten nicht nur Bauwerke, sondern Geschichte“

Steinmetzgeselle Hans Poete möchte noch seinen Meister machen

Das Schöne an vielen Handwerksberufen ist, dass man etwas Bleibendes schafft. Dass das, was man schafft, allerdings für Jahrzehnte oder gar für über ein Jahrhundert Bestand hat, das ist eher selten der Fall.

„Damit kommt man bei uns nicht hin“, sagt Markus Madeia. „Wir restaurieren Kirchen und andere Bauwerke, damit sie fürs nächste Jahrtausend Bestand haben. Damit erhalten wir nicht nur Bauwerke, sondern wir erhalten Geschichte.“ In Borgeln hat der Steinmetzmeister, der seit 2013 staatlich geprüfter Restaurator ist, gemeinsam mit seinem Team beispielsweise an einem Kirchturm gearbeitet, der rund tausend Jahre alt ist.

Auch an der Hohne-Kirche in Soest konnte man die Steinmetze ausgiebig bei ihrer detailreichen Arbeit beobachten. „Wir sind jetzt mit dem vierten Bauabschnitt fertig“, sagt der 48-Jährige, „und haben das Bauwerk von 1220 damit einmal rundum restauriert.“ Mit dabei war Hans Poete, der 2012 seine Ausbildung bei Markus Madeia angefangen hat und seit seiner erfolgreich absolvierten Prüfung als Geselle bei dem Steinmetzbetrieb arbeitet.

„Ich finde es toll, den Weg des Steins vom Rohblock bis zum fertigen Projekt zu begleiten“, sagt der 25-Jährige. „Daher bin ich gerne draußen im Geschehen und baue vor Ort die fertigen Steine ein, arbeite aber genauso gerne in der Werkstatt oder davor und fertige hier Steine.“ Zumal die neue Werkstatt im Industriegebiet Wasserfuhr, die das Unternehmen erst im Januar bezogen hat, schon einiges zu bieten hat.

„In unserer hellen und topmodernen Werkstatt hat jeder Mitarbeiter seinen eigenen Arbeitsplatz, der mit einer Absauganlage ausgestattet ist“, erzählt Markus Madeia. „Außerdem haben wir einen weiteren überdachten Arbeitsplatz vor der Werkstatt.“ Was jetzt noch fehlt, sind weitere Mitarbeiter. „Unsere Auftragslage ist nach wie vor sehr gut, so dass wir gut und gerne noch Verstärkung gebrauchen können“, verrät der 48-Jährige. „Ob Nachwuchskräfte oder fertige Gesellen – wer Interesse am Beruf des Steinmetzes hat, kann sich gerne bei uns melden.“

Steinmetz-Meister Markus Madeia bespricht mit seinem Gesellen Hans Poete die Schrift für eine Grabplatte zu Ehren eines verstorbenen Mitglieds des Domkapitels zu Paderborn.

Tolles Miteinander im Team

Hans Poete, der gerne noch seinen Meister machen möchte, hat seine Entscheidung für diesen Beruf nie bereut. „Er ist so vielseitig und macht einfach Spaß. Außerdem ist es toll, die Dinge zu sehen, die man erschaffen hat.“ Eines der letzten Projekte ist ein großes Kirchenportal aus Grünsandstein in Attendorn. Von diesem Bauwerk aus dem 17. Jahrhundert waren nur noch einzelne Steine übrig. „Wir haben die fehlenden Steine angefertigt und das Portal neu aufgebaut und außerdem ein historisches Wappen auf das Portal gesetzt.“ Wobei die Steinmetze die einzelnen Elemente des Wappens von Freiherr von Fürstenberg erst in Handarbeit anhand sehr alter Dokumente herstellen mussten. „An so einem Portal geht man gerne und auch stolz vorbei und sagt sich: Super, das haben wir gemacht“, so Hans Poete.

Morgens treffen sich die Mitarbeiter in der Regel erst im Betrieb. „Dort gehen wir dann die Baustellen durch und anschließend geht man entweder wieder an sein Werkstück, an dem man gerade arbeitet, oder fährt eine unserer Baustellen an“, berichtet der Anröchter. „Woran auch immer wir gerade arbeiten, wir haben viel Spaß dabei, denn wir sind ein super Team.“

In Attendorn haben Markus Madeia und sein Team dieses Grünsandstein-Kirchenportal aus dem 17. Jahrhundert restauriert.

Wer dazugehören möchte, sollte in erster Linie Interesse an der Arbeit mit dem Werkstoff Stein mitbringen. „Räumliches Vorstellungsvermögen und Ausdauer sind außerdem wichtig“, so Hans Poete. Nützlich sei zudem, wenn man sich in der Geschichte etwas auskenne, aber das könne man während der dreijährigen Ausbildung auch lernen.“ Los geht es für Einsteiger erst einmal damit, sich an den Stein zu gewöhnen und die Werkzeuge kennenzulernen, dann Flächen zu hauen und sich langsam an Profile heranzutasten.

4 Fragen an
Hans-Frederik Poefe

 

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Dietmar Stemann, Ausbildungs-Coach bei der Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe, steht für weitere Fragen zur Berufsausbildung Steinmetz am

Montag, 21.06.2021 von 17 – 19 Uhr
unter der Rufnummer 02921 892-226 zur Verfügung.

 

Freie Praktikumsplätze und Ausbildungsstellen in den Handwerksbetrieben in der Stadt Hamm sowie den Kreisen Soest und Unna findest Du jederzeit im Internet unter www.kh-hl.de/ausbildungsboerse

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