Traumberufe in Unna

Steinmetz

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Ausbildung zum Steinmetz

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Wir sind Klimaschützer von Beruf
Ausbildung wird bei Naturstein Determann seit über 100 Jahren großgeschrieben: Der Beruf des Steinbildhauers ist abwechslungsreich und kreativ. (Foto: Peter Körtling)

Ausbildung wird bei Naturstein Determann seit über 100 Jahren großgeschrieben: Der Beruf des Steinbildhauers ist abwechslungsreich und kreativ. (Foto: Peter Körtling)

Jeden Tag ein Denkmal schaffen

Kreativität und Pietät werden bei Naturstein Determann gepflegt

von Peter Körtling

Wie vielseitig der Beruf des Steinbildhauers ist, wird schon deutlich, wenn der Besucher das Gelände von Naturstein Determann betritt: Das über 100 Jahre alte Familienunternehmen hat seinen Sitz in einer modernen Halle, an deren Fassade neben den gedämmten Elementen und viel Glas auch wandhohe Natursteinplatten angebracht sind.

Ein Gang über das Gelände sorgt stets aufs Neue für Staunen, denn die historischen Originalgrabsteine bekannter lokaler Persönlichkeiten sind ebenso vorhanden wie parkähnliche Landschaften mitsamt Fischteichen, Pavillons und Wasserfällen aus dem ältesten Marmorvorkommen Deutschlands – oder aus massivem Glas, was abends mit farbiger Beleuchtung besonders beeindruckend wirkt.

„In unserem Gewerbe geht es ebenso um Pietät wie um Kreativität, Sachverstand und handwerkliches Können“, sagt Senior-Chef Hans Determann, dessen Sohn Christoph ebenfalls Steinmetzmeister ist und immer wieder mit neuen Ansätzen Aufmerksamkeit erregt.

Anschauliche Modelle aus dem 3D-Drucker

So hat er zur Veranschaulichung eigener Entwürfe, die er mit Kunden zusammen entwickelt, begonnen, mit einem 3D-Drucker Modelle der späteren Grabmale zu erstellen. „Wir sind wirklich kreativ, und oft hatten die Kunden selbst bei einer 3D-Computergrafik noch keine wirkliche Vorstellung vom Objekt“, erklärt Christoph Determann. Nun kann der Kunde ein Modell in die Hand nehmen und die Form sprichwörtlich „begreifen“.

Hans und Christoph Determann auf dem hauseigenen historischen Friedhof. (Foto: Peter Körtling)

Hans und Christoph Determann auf dem hauseigenen historischen Friedhof. (Foto: Peter Körtling)

Der Nebelbaum, ein großer Baum aus Stein, dessen Stahlrohr-Krone sich mit Wasser einnebeln kann, stammt ebenfalls aus der Werkstatt. (Foto: Determann)

Der Nebelbaum, ein großer Baum aus Stein, dessen Stahlrohr-Krone sich mit Wasser einnebeln kann, stammt ebenfalls aus der Werkstatt. (Foto: Determann)

Tatsächlich trifft die Bezeichnung Steinbildhauer bei Determann noch zu: Die Gedenkstätte am SportCentrum Kaiserau für die jüdischen Sportler, die in der Nazizeit verfolgt wurden, der große Steinball vor dem Hans-Tilkowski-Haus in Kamen-Methler, ein großer Baum aus Stein, dessen Stahlrohr-Krone sich mit Wasser einnebeln kann, und viele außergewöhnliche Dinge mehr stammen aus der Werkstatt. „Da muss man auch immer wieder tüfteln und um die Ecke denken“, beschreibt es der Steinmetzmeister. Alleine die Schilderung, mit welchem Aufwand das Bewässerungssystem der beschriebenen Baumkrone nach und nach entwickelt wurde, lässt den Laien staunen.

Um eine Ausbildung zum Steinbildhauer zu absolvieren, sollte man ein paar Dinge mitbringen, erklärt Hans Determann. Trotz aller Hilfsmittel müsse auch immer wieder zugepackt werden. Was aber nicht bedeutet, dass nicht auch Frauen diesen Beruf ausüben können – im Gegenteil. Ein räumliches Vorstellungsvermögen sowie solide Kenntnisse in Mathematik und den Naturwissenschaften sollten vorhanden sein – dazu die immer wieder genannte Kreativität. „Dafür hat man dann aber einen außergewöhnlichen Beruf, dessen Ergebnisse für die Ewigkeit sein können“, so der Senior-Chef.

Nachhaltigkeit sei in ihrem Beruf, was das Produkt Naturstein angeht, schon immer gegeben gewesen. Die Chancen sprechen darüber hinaus für eine solche Ausbildung: „Ob Restauration, die Fertigung von Grabmalen, Naturstein im Bau – es gibt viele Bereiche, die reizvoll sind, sich darin zu spezialisieren“, sagt Christoph Determann.

Fachkräfte sind gefragt, ob im Handwerk, in den Marmor- und Steinwerken, an Dombauhütten, Museumswerkstätten und anderen Stellen. Ob Meister, Techniker oder Studium, auch „nach oben“ führen viele Wege. Dabei sind neben dem Stein heutzutage andere Materialien gefragt: So gehören auch Kenntnisse über verschiedene Metalle, Glas und andere Stoffe zum Alltag des Berufs.

Bei Determann wird nach über 100 Jahren immer noch viel Wert auf die Ausbildung gelegt. Aktuell sind zwei Azubis unter den Mitarbeitern: Ein junger Mann hatte zuvor Wirtschaftswissenschaften studiert, dann aber gemerkt, dass er lieber Dauerhaftes schaffen und körperlich aktiver sein will. Der andere kam als Flüchtling aus Syrien, wo dieser Beruf hohes Ansehen genießt. Nun freuen sich beide darüber, in diesem Handwerk tätig zu sein.

Ein Ehrenmal am SportCentrum Kaiserau zum Gedenken an die verfolgten jüdischen Sportler. (Foto: Determann)

Ein Ehrenmal am SportCentrum Kaiserau zum Gedenken an die verfolgten jüdischen Sportler. (Foto: Determann)

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3 Fragen an …

Christoph Determann

… Christoph Determann, Obermeister der Bildhauer- und Steinmetz-Innung Hellweg-Lippe

Welchen Beitrag leisten Steinmetze, um das Klima zu schützen?

Der beste Klimaschutz ist die Langlebigkeit des Produkts Naturstein. Mit einer Haltbarkeit von vielen Jahrzehnten, ja sogar von Jahrhunderten, kann kaum ein anderer Werkstoff mithalten. Ein guter Beitrag gegen die Wegwerfgesellschaft.

Welchen Stellenwert hat der Themenkomplex Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Regionalität in der Berufsausbildung von Steinmetzen?

Die Ausbildung erfolgt weitestgehend durch Handarbeit mit Metallwerkzeugen. Diese „Eisen“ werden für Sandstein zum Beispiel auf einem liegenden Schleifstein angeschärft. Reine Muskelkraft bestimmt einen großen Teil der Ausbildung, der sich damit seit Jahrhunderten nicht verändert hat. Weder Strom noch Treibstoff ist notwendig. Die Berufsschulen und überbetrieblichen Ausbildungszentren sind etwas weiter gestreut, aber sie bieten Unterkunft und die Anreise kann mit der Bahn erfolgen. Die Berichtshefte, welche die Ausbildung nachvollziehbar machen, gibt es mittlerweile in papierloser, digitaler Form. In den Betrieben selber und der überbetrieblichen Ausbildung muss der Umgang mit Maschinen gelernt werden, da es für eine realitätsnahe Ausbildung unerlässlich ist. Das verbrauchte Wasser dieser Maschinen wird vom Steinschlamm getrennt, das Wasser befindet sich in einem immerwährenden geschlossenen Kreislauf und wird damit nicht verschwendet.

Wie hat sich das Berufsbild von Steinmetzen in den vergangenen Jahren verändert?

Das Berufsbild hat sich nicht groß verändert, da der Naturstein selber sich nicht verändert. Sägen und Schleifmaschinen werden zwar seit Längerem digital angesteuert, aber man braucht immer noch Diamanten, Schleifkörper und Wasser, um Naturstein zu bearbeiten. Das Einzige, was sich immer wieder ändert, sind baurechtliche Dinge, Prüfnormen et cetera, denen man das Natursteinprodukt anpassen muss. Auch das fachgerechte Versetzen beziehungsweise Einbauen von Naturstein muss sich unter Umständen neuen Regelwerken anpassen.

Die Fakten zur Ausbildung

Ausbildungsdauer:

3 Jahre

 

Vergütung monatlich:

850 € im 1. Lehrjahr
950 € im 2. Lehrjahr
1100 € im 3. Lehrjahr

 

Abgeschlosssene Ausbildungsverträge
in 2021:

3/ 7 insgesamt

 

Berufsschulstandort:

Gelsenkirchen

Weitere Zahlen:

Aktuell hat die „Bildhauer- und Steinmetz-Innung Hellweg-Lippe“ 20 Mitgliedsbetriebe in ihren Reihen.

 

Der Beruf in aller Kürze „Steinmetz“

Steinmetz/-in und Steinbildhauer/-in sägen, schleifen, polieren und restaurieren Natursteine und künstliche Steine. Sie fertigen und verlegen Bodenplatten und Fliesen, bauen Treppen und Fenster- und Türumrahmungen. Auch Skulpturen, Brunnen- und Terrassenanlagen und geschliffene Grabsteine werden von ihnen erstellt. Außerdem restaurieren sie Baudenkmäler, Bildhauerarbeiten und historische Kunst- und Bauwerke.

Bildhauer- und Steinmetz-Innung Hellweg-Lippe
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