Traumberufe im Kreis Lippstadt

Tischler

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“Vielseitig, abwechslungsreich und nie langweilig”  –
Interview mit dem Tischlermeister Martin Tack

Anschaulich: Martin Tack präsentiert in seinem Ausstellungsraum an der Soeststraße in Lippstadt verschiedene Einzelstücke. Foto: Wissing
Von Helga Wissing

Das Tischlerhandwerk geht bis in das 14. Jahrhundert zurück. Damals spaltete es sich vom Zimmererhandwerk ab. Schon früh fanden sich die Tischler in einer Zunft zusammen. Sie stellten Fenster, Türen, Wand- und Deckenvertäfelungen, Möbel und ab dem 16. Jahrhundert auch Särge her. Um in die Tischlerzunft aufgenommen zu werden, musste man unter anderem die Abstammung von ehrbaren Eltern nachweisen. Das wäre für den Lippstädter Tischlermeister Martin Tack kein Problem gewesen. Er übt diesen Beruf bereits in dritter Generation aus und ist Tischler „mit Leib und Seele“. Seine Tischlerei liegt mitten in der Lippstädter Innenstadt und verfügt auch über einen kleinen Ausstellungsraum, in dem man Einzelstücke findet, die die Vielfalt des Tischlerhandwerks veranschaulichen.

Warum haben Sie sich für Ihren Beruf entschieden?

Für mich war das schnell klar. Im Gegensatz zu meinem Bruder, der sich für das Kfz-Handwerk entschieden hat, wollte ich eigentlich schon immer Tischler werden. Ich habe mich bereits als Kind in der Werkstatt wohl gefühlt. 

Was ist das Besondere an Ihrem Beruf?

Er ist vielseitig, abwechslungsreich und daher nie langweilig. Der Werkstoff Holz, mit dem wir arbeiten, ist etwas sehr Schönes. Außerdem riecht er sehr gut. Aus Holz kann man praktisch alles bauen. Vom Schrank, Tisch, Stuhl oder Regal bis zum kompletten Haus. Man schafft etwas, womit Menschen leben und was sie, wenn sie wollen, ein Leben lang benutzen können. Und häufig sogar noch vererben. Viele andere Handwerke haben das beispielsweise so nicht. Das ist sehr befriedigend. Ich freue mich immer, wenn ich in Häuser komme und man mir Dinge zeigt, die mein Opa noch hergestellt hat.

Welche Voraussetzungen sollte man für die Ausbildung mitbringen??

Ich bin selbst als Lehrlingswart tätig und trage bei der Innung die Verantwortung für die Gesellenprüfung. Junge Menschen, die sich für den Beruf interessieren, sollten einen abgeschlossenen Schulabschluss haben. Eine gewisse Begabung in Mathe, die Fähigkeit zum Kopfrechnen und ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen sollten schon da sein. Wir zeichnen ja beispielsweise 2 D und müssen das im Kopf in das dreidimensionale Ergebnis umsetzen können. Anhand der Zeichnungen muss man ja auch erkennen, wie das Ergebnis später mal aussehen wird. Das ist unser tägliches Brot. Ob Hauptschulabschluss, Mittlere Reife oder Abitur, wichtig ist, dass auch eine gewisse Begeisterung und Kreativität da ist. Das sollte schon da sein. Und auch eine gute körperliche Belastbarkeit, schließlich sind wir acht Stunden fast durchweg auf den Beinen. 

Alle Informationen zum Ausbildungsberuf Tischler (m/w/d) findest du in der Sonderveröffentlichung deiner Tageszeitung, als Podcast und in der Radio-Sondersendung. Alle Erscheinungstermine im Überblick
Freude am Holz: In seiner Werkstatt beschäftigt Tischlermeister Martin Tack auch Frauen, wie seine Gesellin Katharina Becker, die bei ihm auch die Ausbildung absolviert hat. Foto: Wissing

Ist der Beruf auch für Frauen geeignet?

Davon bin ich überzeugt. Ich beschäftige seit einem Jahr eine Gesellin, die bei uns auch die Ausbildung gemacht hat. Frauen haben oft noch einmal eine andere Sicht auf die Dinge. Sollte etwas mal wirklich körperlich zu schwer sein, springen die männlichen Kollegen auch gern mal ein. Das erlebe ich auch auf den Baustellen, wo es im Innenausbau ja schon lange üblich ist, dass auch Frauen beschäftig werden. 

Hat der Beruf Zukunft?

Auf jeden Fall. Es wird beispielsweise immer Altbauten geben, wo man den Tischler gerade auch dort braucht, wo es keine Norm gibt. Ob bei den Innentüren, Fußböden und Fußleisten oder beim individuelle Treppenbau. Natürlich kommt unser Handwerk auch beim Neubau zum Einsatz. Haustüren, Fenster, individuelle Möbel, nach Kundenwunsch hergestellte Einzelstücke, all das ist nach wie vor gefragt. Es gibt immer Kunden, die ihre persönlichen Vorstellungen realisiert haben möchten. Wir arbeiten auch nach den Plänen der Architekten und Innenarchitekten Der Innenausbau gehört zu unseren regelmäßigen Aufgaben: Neben Türen fertigen wir auch Schränke, komplette Küchen, Ankleidezimmer und Terrassenbeläge. Und wenn‘s gewünscht ist, sogar einen kompletten Weinkeller.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?

Den gibt es bei uns nicht. Jeder Tag ist anders. Mal arbeitet man in der Werkstatt, mal fährt man raus zur Baustelle. Bei uns beginnt die Arbeit schon um 7 Uhr am Morgen. Der Arbeitstag hat in meinem Unternehmen acht achteinhalb Stunden, dafür ist freitags bereits ab Mittag Wochenende.

Radiosendung verpasst?

Du hast die Sondersendung bei Hellweg Radio verpasst? Kein Problem, höre Dir die Sendung mit allen wichtigen Infos einfach online an.

Christian Schuster, Obermeister der Tischler-Innung Soest-Lippstadt.

Drei gute Gründe

… für eine Ausbildung zum/zur Tischler/in nennt Christian Schuster, Obermeister der Tischler-Innung Soest-Lippstadt

1. Unser großer Mehrwert gegenüber vielen anderen Berufen ist, dass wir Tischler am Ende eines jeden Arbeitstages sehen, was wir erschaffen haben, und dies sogar anfassen können. Das macht zufrieden und stolz. Jeden Tag aufs Neue. Das Tischlerhandwerk bietet tolle Spezialisierungs- und Karrieremöglichkeiten. Kein Wunder, dass es zu den beliebtesten Handwerksberufen zählt und viele Tischlerinnen und Tischler von sich sagen, dass sie den schönsten Beruf der Welt ausüben! .

2. Das Tischlerhandwerk ist nachhaltig und trägt dazu bei, das Klima zu schonen: Denn Tischlerinnen und Tischler fertigen keine Wegwerfprodukte, sondern Möbel, Einrichtungen, Türen, Fenster und Treppen von hoher Qualität, die auf eine lange Lebensdauer ausgelegt sind und oftmals sogar von Generation zu Generation weitergegeben werden können.

3. Wer Tischlerin oder Tischler wird, erlernt einen kreativen Beruf, der sehr viele Facetten hat. Der natürliche und angenehme Werkstoff Holz ist unser wichtigstes Arbeitsmaterial. Tischler sorgen dafür, dass sich Menschen in ihrem Zuhause wohler fühlen – und auch in anderen Bereichen: Tischlerinnen und Tischler gestalten Wohnungen und Häuser, Einrichtungen für Praxen, Läden, Yachten, Ausstellungen und vieles mehr – sie tragen dazu bei, die Umwelt ein Stück weit schöner und komfortabler zu gestalten.

Die Fakten zur Ausbildung

Ausbbildungsdauer:
3 Jahre

Vergütung monatlich:

650 € im 1. Lehrjahr
760 € im 2. Lehrjahr
850 € im 3. Lehrjahr
(ab 2020 in jedem Ausbildungsjahr plus 30 Euro)

Abgeschlosssene Ausbildungsverträge
in 2019

35

Berufsschulstandort:

Soest

Weitere Zahlen:
Aktuell hat die „Tischler-Innung Soest-Lippstadt“ 102 Mitgliedsbetriebe in ihren Reihen. Die Betriebe bilden zurzeit 95 junge Menschen aus.

Der Beruf in Kürze

 

Ein Tischler baut Möbel, Inneneinrichtungen, Fenster, Türen sowie Messe- und Ladeneinrichtungen. Oft handelt es sich bei den Werkstücken um Einzelanfertigungen. Er arbeitet mit modernen, teilweise computergesteuerten Maschinen. Aber auch die Grundfertigkeiten Sägen, Hobeln, Schleifen und die Behandlung von Holzoberflächen müssen beherrscht werden. Tischler bauen verschiedenen Erzeugnisse und reparieren beschädigte Möbel und andere Einrichtungsgegenstände.

Weitere Infos zur Ausbildung unter www.tischler-nrw.de

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