Traumberufe im Märkischen Kreis

Uhrmacher – 

Beruf mit Präzision

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Hans Werner Balster hat Respekt vor jedem Zeitmesser, aber:
„Eine Fake-Rolex am Arm zu tragen, das geht gar nicht“

Buchstäblich mit Samthandschuhen fassen Hans Werner Balster (l.) und sein Chef Jens Markes die hochwertigen Uhren an, die bei Hohage in Lüdenscheid verkauft, gewartet und repariert werden. Foto: Bunte
Von Corinna Bunte

Hans Werner Balster geht mit der Zeit – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Der 52-Jährige ist Uhrmachermeister und schaut schon allein aus professionellen Gründen immer darauf, was sein Gegenüber am Handgelenk trägt. Armbanduhren sind seine Leidenschaft – damit kennt er sich aus. Bis ins kleinste Detail. Und das muss er auch. Denn: Als angestellter Uhrmacher beim Lüdenscheider Juwelier Hohage zerlegt, repariert, pflegt und setzt er zusammen, was den Kunden dann wieder zuverlässig durch den Tag begleitet.

Gerade einmal 14 Jahre war Hans-Werner Balster alt, als er im elterlichen Betrieb half, beispielsweise mechanische Wecker oder kleine Großuhren zu warten und zu reparieren. Das, weiß der Dortmunder, lernen die Azubis seiner Branche auch heute noch zuallererst. Denn: „Würden sie gleich mit Armbanduhren anfangen, das ginge schief.“ Zu kompliziert sind die kleinen „Zeitmaschinen“, mit denen sich schon Vater und Großvater beschäftigten. Letzterer, plaudert Balster stolz aus der Familiengeschichte, habe auch Turmuhren neues Leben eingehaucht. Dass der Schulabgänger eine Uhrmacherlehre anstrebte, lag also auf der Hand. 1982 begann er als Azubi – in einer Zeit, in der Quarzuhren auf dem Vormarsch waren und man dem traditionellen Uhrmacherhandwerk das baldige Aus prognostizierte. Dennoch: Balster blieb am Ball, überbrückte die „Quarz-Krise“ mit einer Zeit bei der Bundeswehr, um danach wieder in seinen Traumberuf zurückzukehren.

Den Blick ab und zu in die Ferne richten

Drei Uhrmacher beschäftigt Inhaber Jens Markes heute in seinem Lüdenscheider Juwelier-Geschäft. Ihr Arbeitsplatz liegt im Obergeschoss des Hohage-Hauses an der oberen Wilhelmstraße. Die Altbau-Fenster geben den Blick frei auf die belebte Fußgängerzone – und diese Aussicht braucht der Uhrmachermeister auch. Denn das, worauf sich die geschulten Augen ansonsten den ganzen Tag über konzentrieren, ist mitunter nicht nur klein, sondern winzig. Anstrengend.

Rolex, Omega, Breitling – die Markennamen der „Patienten“, die auf Hans Werner Balsters Tisch landen, klingen wie Musik in seinen Ohren. Doch bei all der Begeisterung für die hochwertigen Stücke behandelt der Handwerker jede Uhr gleich: „Sie gehört immer einem Kunden. Und für den zählt vielleicht der ideelle Wert der Uhr mehr als der materielle.”

Feinstes Werkzeug und „schweres Gerät“

Zwischen 60 Einzelteilen bei normalen Armbanduhren und 200 Komponenten bei Chronographen fordern Tag für Tag die Fachkenntnis und die ruhige Hand des Experten. In den großen Schubkästen lagern Ersatzteile, feinsäuberlich nach Hersteller und Artikelnummer sortiert. Auf der Arbeitsplatte darüber stehen einige Spezialgeräte, die beispielsweise zum Öffnen und Schließen der Deckel oder zum Testen der Wasserdichtigkeit dienen. „Jeder Hersteller hat da seine eigenen Instrumente“, weiß der Uhrmachermeister. Ist die Uhr geöffnet, wandert sie auf den Tisch des Meisters, der sich – auf Armpolster gestützt – mit feinstem Werkzeug und Fingerspitzengefühl an die Arbeit macht. Manches Teil ist mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Da braucht es schon spezielle Lupen, um beispielsweise die drei Miniatur-Federn einer Rolex aus dem transparenten Schächtelchen zu fischen und an der richtigen Stelle einzusetzen.

Hans Werner Balster braucht Geduld und Fingerspitzengefühl, um die filigranen Uhrwerke zu bearbeiten. Feinste Werkzeuge und spezielle Lupen erleichtern die Arbeit. Fotos: Bunte

Gleich nebenan, hinter einer geschlossenen Glastür, geht’s etwas weniger filigran zu. Hier wird quasi die „Drecksarbeit“ erledigt: schleifen, polieren, eben alles, was staubt. Auch Reinigungsgeräte stehen hier. Und bei all dem kommt all das an Kenntnissen zusammen, die von Uhrmachern gefordert werden: mechanisches Verständnis, dreidimensionales Denken, klar, aber auch Wissen aus dem Metallbereich und der Elektrotechnik. Und: „Ausdauer müssen Uhrmacher mitbringen“, weiß Balster, der von der Anlieferung einer Armbanduhr über deren Revision bis zur Rückgabe ins Geschäft einen ganzen Tag veranschlagt. Auch eine „hohe Frustrationstoleranz“ sei dienlich. Denn nicht immer klappe alles auf Anhieb, brauche es mitunter drei, vier, fünf Anläufe, damit eine Uhr wieder einwandfrei läuft

Mit Spezialwerkzeugen werden die Uhrendeckel geöffnet oder verschlossen. Foto: Bunte
Alle Informationen zum Ausbildungsberuf Uhrmacher (m/w/d) findest Du in der Sonderveröffentlichung Deiner Tageszeitung, als Podcast und in der Radio-Sondersendung. Alle Erscheinungstermine im Überblick

Auch wenn Hans Werner Balster es gewohnt ist, sich mit seinen Arbeitsgeräten im eher hochpreisigen Segment zu bewegen: Richtig teure Uhren faszinieren ihn auch nach so vielen Berufsjahren. An eine mit Brillanten besetzte Rolex Daytona im Wert von rund 44.500 Euro beispielsweise erinnert sich der Uhrmachermeister gern. Oder an die Armbanduhr, die seinen Tisch rundum erneuert verließ und kurze Zeit später bei einer Versteigerung dem Verkäufer stolze 200.000 Euro einbrachte. Da funkeln selbst die Augen des Fachmanns, der trotz seiner Begeisterung jeder Uhr mit Respekt begegnet. Nur für eines hat er absolut kein Verständnis: für Plagiate. Hans-Werner Belster: „Eine Fake-Rolex am Arm zu tragen, das geht gar nicht.“

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Drei gute Gründe für die
Uhrmacher-Ausbildung

… nennt Uhrmachermeister Dirk Holtschmidt vom gleichnamigen Juwelier-Fachgeschäft in Werdohl

1. „Ideal ist der Beruf des Uhrmachers für junge Leute, die ein ordentliches Maß an Geduld, eine ruhige Hand und vernünftige Noten in Mathe und Physik mitbringen. Ein Uhrwerk funktioniert wie ein Getriebe, diese mechanischen Zusammenhänge sollte man schon verstehen…“

2. „Da es deutlich mehr Interessenten als Lehrbetriebe gibt, wurde vor wenigen Jahren in Nordrhein-Westfalen eine Vollzeit-Uhrmacher-Schule gegründet. Am Max-Born-Berufskolleg in Recklinghausen kann ganz ohne Lehrbetrieb eine vollwertige Ausbildung zum Uhrmacher absolviert werden. Zwar gibt es während der Ausbildung keinen Verdienst, dafür entstehen den Schülern aber auch keine Kosten.“

3. „Alle großen Uhrenfirmen, inklusive der Unternehmen in der Schweiz, sind auf der Suche nach Uhrmachern. Für gut ausgebildete Uhrmacher sind die Einsatzmöglichkeiten deshalb fast grenzenlos, stehen einem sichere Arbeitsmöglichkeiten auf der ganzen Welt offen.“

Die Fakten zur Ausbildung

Ausbbildungsdauer:
3  Jahre

Vergütung monatlich:
500 € im 1. Lehrjahr
560 € im 2. Lehrjahr
660 € im 3. Lehrjahr

Der Beruf des Uhrmachers in aller Kürze

 

Uhrmacher/innen, die in Handwerksbetrieben tätig sind, prüfen, reparieren und warten mechanische
und elektronische Klein- und Großuhren. Außerdem stellen sie Zeitmessgeräte aller Art her. Um Schäden
am Uhrwerk feststellen und reparieren zu können, zerlegen sie Klein- und Großuhren, beheben den Fehler,
setzen die Uhren wieder zusammen und justieren sie. Einzelteile wie Gehäuse, Uhrzeiger oder Pendel
fertigen sie bei älteren Uhren manchmal selbst an, häufig verwenden sie auch industriell vorgefertigte
Baugruppen. Darüber hinaus restaurieren sie alte Uhren und setzen Schmuckstücke wieder instand.
Ihre Kunden bedienen und beraten sie im Laden oder in der Werkstatt. In der Industrie werden Uhren maschinell sowie in Serie hergestellt. Hier fertigen Uhrmacher/innen Einzelteile für Klein- und Großuhren an, programmieren und bedienen CNC-Maschinen und überwachen die Produktion.

[Quelle: www.berufenet.de]

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